08.12.2009

Drei AC überm ICE

Der Bau
Das Frankfurt Airrail Center neben dem Frankfurter Flughafen ist eines der ambitioniertesten Bauprojekte in Europa. Das Gebäude ist 660 Meter spiegelnde Glasfassade lang, 65 Meter breit und neun Stockwerke (45 Meter) hoch. Mit 140.000 Quadratmetern Büro-, Hotel- und Geschäftsfläche wird das Airrail Center zu den größten Gewerbeimmobilien in Europa gehören. Die Investition liegen in einer Größenordnung oberhalb von 900 Millionen Euro.

Konzeption und Architektur sind beispiellos auf der Welt: Auf 240 Pfeilern „schwebt“ das Airrail Center über dem ICE-Schnellbahnhof am Frankfurter Flughafen. Aus der Vogelperspektive erinnert die Konstruktion an ein Raumschiff – und das ist kein Zufall. Mit der aerodynamischen Form habe man auch das Thema Luftfahrt vom benachbarten Flughafen wieder aufgreifen wollen, erläutert Architekt Helmut Jost. Das Airrail Center Frankfurt ist ein Gemeinschaftsprojekt der IVG Immobilien AG und der Fraport AG.

Die Aufgabe
Insgesamt wird an verschiedenen Stellen des Neubaus Stahlmaterial mit einem Gesamtgewicht von rund 360.000 Tonnen verbaut. Um so viel Material zu bewegen, sind auch mehrere Terex-Krane der Firma Wiesbauer vor Ort. Für die teilweise sehr diffizilen Hubarbeiten werden bei verschiedenen Einsätzen am und auch im Gebäude ein AC 200-1, AC 250-1, AC 500-2 und AC 700 eingesetzt. Die Projektabwicklung wird kaufmännisch von Norman Weitzel und technisch von Marco Wilhelm durchgeführt.


Die Montage eines Fachwerkträgers beispielsweise war ein interessanter Hub, der die Zusammenarbeit von gleich drei Terex-Großkranen erforderlich machte. Dazu haben sich auf sehr engem Raum zwischen Flughafen, ICE-Trasse und Schnellstraße zwei Terex AC 700 mit 700 Tonnen Tragfähigkeit und ein Terex AC 500-2 mit 500 Tonnen Tragfähigkeit positioniert.

Während unten die ICE-Schnellzüge im Zehn-Minuten-Takt vorbeidonnern, montieren oben die drei Krane einen Fachwerkträger mit 60 Meter Spannweite. Die freischwebende Dachkonstruktion ist Teil der beeindruckenden Glaskuppel über dem Ballsaal des neu entstehenden Hilton.

Verantwortlich für diesen Kraneinsatz ist ebenfalls das Kranunternehmen Wiesbauer, das zum einen den 700er (Kranführer Carsten Kelm) und den 500-Tonner (Kranführer Karl-Heinz Moll) stellt. Unterstützt werden sie bei diesem Einsatz zusätzlich von Kranführer Ralf Kremb und seinem AC 700 der Münchner Schmidbauer-Gruppe.



Die Krane
Marco Wilhelm, der bei Wiesbauer verantwortlich für die Projektplanung und Realisierung ist, erklärt den Einsatz: „Jeder dieser Krane hebt eines der drei Teilstücke mit je 20 Meter Spannweite. Die Endmontage erfolgt in der Luft. Die Teile werden am Haken hängend miteinander verschweißt und anschließend auf Pylonen befestigt. Die Lasten verteilen sich auf unseren 700er mit 55 Tonnen, den 500er mit 40 Tonnen und 25 Tonnen hebt unser Kollege aus München“.

Der Terex AC 700 ist mit Grundausleger plus 42 Meter Wippe aufgebaut. Bei
26 Meter Ausladung sind 140 Tonnen Gegengewicht aufgelegt. Der zweite AC 700: Grundausleger plus 48 Meter Wippe, 41 Meter Ausladung und 100 Tonnen Gegengewicht. Und der 500-Tonner arbeitet mit 36 Meter Mast, 30 Meter Ausladung und einem Gegengewicht von 180 Tonnen.

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