04.04.2024

Jetzt sind es 14 Milliarden

Die Firmengruppe Liebherr hat das Jahr 2023 erneut mit einem Rekordumsatz von 14.042 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Unternehmen somit ein Umsatzwachstum von 1.453 Millionen oder 11,5 Prozent.

In elf seiner 13 Produktsegmente hat Liebherr teils deutliche Umsatzsteigerungen erzielt. Der Umsatz in den Produktsegmenten Erdbewegungsmaschinen, Materialumschlagmaschinen, Spezialtiefbaumaschinen, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane, Betontechnik und Mining betrug insgesamt 9.557 Millionen Euro und lag damit 11,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.

In den Produktsegmenten Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten und Hotels erzielte Liebherr einen Gesamtumsatz von 4.485 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Geschäfte entwickelten sich in nahezu allen Absatzregionen positiv. Innerhalb der Europäischen Union, der für die Firmengruppe traditionell stärksten Absatzregion, konnte eine laut Liebherr erfreuliche Umsatzsteigerung erzielt werden. Besonders positiv entwickelten sich die Umsätze in Deutschland, Frankreich und Spanien. In den Nicht-EU-Ländern verzeichnete die Firmengruppe einen geringfügigen Rückgang. Äußerst erfreulich verlief das Geschäftsjahr zudem sowohl in Nordamerika – getrieben durch die USA und Mexiko – als auch in Asien und Ozeanien. Ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres lag der Umsatz in der Region Afrika/Naher und Mittlerer Osten. In Mittel- und Südamerika bewegte sich der Umsatz auf Vorjahresniveau.

Die Firmengruppe erzielte 2023 ein Jahresergebnis von 367 Millionen Euro. Sowohl das Betriebsergebnis als auch Finanzergebnis haben sich deutlich verbessert. Erneut gewachsen ist im Geschäftsjahr 2023 außerdem die Mitarbeiterzahl. Zum Jahresende beschäftigte Liebherr weltweit insgesamt 53.659 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 2.338 mehr als im Vorjahr.

Forschung und Entwicklung
Liebherr verfolgt nach eigenem Bekunden das Ziel, den technologischen Fortschritt maßgeblich mitzugestalten. Im vergangenen Jahr investierte die Firmengruppe deshalb 634 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Ein Großteil davon floss in die Entwicklung neuer Produkte. Die Bereiche alternative Antriebe, Digitalisierung und Autonomie waren abermals Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung.

In der Antriebstechnik verfolgt Liebherr einen technologieoffenen Ansatz. Dazu zählen unter anderem elektrische Antriebe, alternative Kraftstoffe für konventionelle Verbrennungsmotoren und wasserstoffbasierte Antriebe wie zum Beispiel Wasserstoffverbrennungsmotoren und mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen.

2023 fiel der Startschuss für den Vertrieb des ersten batterieelektrischen Liebherr-Radladers L 507 E. Auch die neue Elektroumschlagmaschine LH 80 MLH 80 M High Rise Industry wurde erstmals ausgeliefert. Im Produktsegment Maritime Krane wurde der Umschlagkran CBG 500 E in Betrieb genommen, und der LS 800 E befindet sich als erster vollelektrischer Heavylift-Kran zurzeit in Produktion.

In der Luftfahrt liegt ein Fokus ebenfalls auf alternativen Technologien zur Erzeugung elektrischer Energie für den Antrieb und die Stromversorgung zukünftiger Flugzeuge. Im Testzentrum in Toulouse (Frankreich) wurde beispielsweise ein Prüfstand für Wasserstoff-Technologie installiert, mit dem die Stromerzeugung für nicht-antriebsbezogene Flugzeugsysteme durch Brennstoffzellen getestet wird.

Im Bereich Digitalisierung forcierte Liebherr im Berichtsjahr unter anderem die Weiterentwicklung diverser digitaler Plattformen, um Maschinen sicherer, komfortabler und effizienter zu machen. Die zentrale Online-Plattform, die digitale Services und Angebote der Firmengruppe bündelt, ist MyLiebherr. 2023 wurde das Tower Crane Portal für Turmdrehkrane in das Kundenportal MyLiebherr integriert. Weiter wurden Programme wie der Crane Finder für Mobil- und Raupenkrane, die Applikation MyNotifier, aber auch das Tower Crane Operating System 2 für viele Untendreherkrane weiterentwickelt.

Einen weiteren Entwicklungs-Schwerpunkt bildeten Projekte in den Bereichen Autonomie und Automatisierung. In der neuesten Serie der Liebherr-Hafenmobilkrane kommt die Kransteuerung Master V zum Einsatz. Diese bildet die Grundlage für eine künftige Integration von Assistenz- und Teilautomatisierungssystemen. Innerhalb des Forschungsprojekts ZIRKEL entwickelt Liebherr automatisierte Demontageprozesse für Batteriepacks von Elektrofahrzeugen. Diese sind notwendig, um hohe Recyclingquoten zu erzielen und langfristig eine CO₂-neutrale Batterieproduktion entlang der gesamten Prozesskette zu etablieren.

Investitionen in Produktion, Vertrieb und Service
Investitionen in Höhe von 1.030 Millionen Euro flossen in die Produktionsstätten und das weltweite Vertriebs- und Servicenetz. Die Investitionen erhöhten sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 167 Millionen Euro. Dem stehen Abschreibungen in Höhe von 623 Millionen Euro gegenüber. Im Liebherr-Werk Ehingen wird derzeit das Firmengelände vergrößert, um aufgrund der steigenden Nachfrage erweiterte räumliche Kapazitäten für die Produktion von Mobil- und Raupenkranen zu schaffen.

Zudem entsteht am Standort Biberach ein neues Verwaltungsgebäude, welches die Liebherr-Purchasing Services GmbH und Liebherr-International Deutschland GmbH für firmengruppenübergreifende Aufgaben nutzen werden.

Ausblick auf 2024
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden im Jahr 2024 herausfordernd bleiben, jedoch ist Liebherr mit einem sehr soliden Auftragsbestand in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Zwischen einzelnen Produktsegmenten zeichnen sich zwar unterschiedliche Entwicklungen ab, Liebherr wird diese laut eigenem Bekunden dank seiner dezentralen, diversifizierten Struktur und seiner internationalen Aufstellung ausgleichen können. Im Zuge der Transformationsprozesse in zahlreichen Volkswirtschaften weltweit steigt die Nachfrage nach großen Kranen wie auch nach Rohstoffen. Dies bietet für Liebherr Marktchancen. So erwartet die Firmengruppe unter anderem Zuwächse in den USA und in Australien.

Kommentare