08.01.2019

Spezialfahrzeugkran für Colonia

In NRW bröseln und bröckeln die Brücken (und nicht nur dort und nicht nur sie). Den Kranbetreibern wie auch der Schwerlastbranche macht das mächtig zu schaffen, müssen sie doch deswegen oft lange Umwege in Kauf nehmen. Hinzu kommen Zeitverzögerungen und höhere Kosten. Besonders schwierig ist es für schwere Maschinen wie Mobilkrane mit einem Gewicht von mehr als 60 Tonnen.
Der Grove GMK6300L-1 von Colonia

Aus der Not eine Tugend machen: Manitowoc und Colonia Spezialfahrzeuge haben gemeinsam einen modifizierten 6-Achs-Mobilkran Grove GMK6300L-1 entwickelt, um die Beschaffung von Transportgenehmigungen zu erleichtern. Erste Tests sind bereits abgeschlossen. Die neue Krankonfiguration basiert auf dem Standardmodell mit seinem 80-Meter-Hauptausleger bei einem Gesamtgewicht von 72 Tonnen.
Hauptausleger und Hubzylinder werden getrennt vom Kran transportiert

Zu den Anforderungen von Colonia gehörte neben einer allgemeinen Reduzierung des Betriebsgewichts auch ein hydraulisches System am Mobilkran für die schnelle Montage und Demontage von Hauptausleger und Wippzylinder in einer Einheit. Der Grundkran kann mit einem leicht abnehmbaren hinteren Auslegerkasten ausgestattet werden. Der An- bzw. Abbau des hinteren Abstützkastens dauert dem Hersteller zufolge nicht mal zehn Minuten. Das Gewicht des GMK6300L-1 kann ohne diese beiden Hauptbaugruppen auf unter 40 Tonnen Gesamtgewicht gedrückt werden bei ausgeglichenen Achslasten unter sieben Tonnen.

Dazu gehörte auch die Entwicklung eines Transportsystems, das ohne Hilfskran für die Montage und Demontage auskommt: Eckpfeiler dieses Systems bildet ein universell auf einen geeigneten Transportauflieger aufbaubares Hub- und Verschiebesystem. Damit werden Hauptausleger und Wippyzlinder so im Grundkran positioniert, dass der Zusammenbau mit dem Grundkran über hydraulische Verbolzungen bewerkstelligt werden kann.

Der gesamte Rüstprozess am Kran, bis er abfahrt- beziehungsweise hubbereit ist, dauert etwa zwei Stunden; bei einem eingespielten Team sollte sich die Rüstzeit im besten Fall auf eine Stunde drücken lassen, sagt Frank Lichtenberg, der Projektverantwortliche von der Kranagentur Werner. Der Vorgang umfasst die Schritte:
a) Anbau- oder Abbau des Hauptauslegers und Wippzylinder
b) Anbau oder Abbau des hinteren Abstützkastens
c) Herstellen des Abstützniveaus
d) Einscheren bzw. Ausscheren des Hubseils und
e) Rüsten des Gegengewichts.
„Der Zeitaufwand ist höher und wird höher bleiben, weil die Punkte a), b) und d) zusätzlich durchgeführt werden müssen“, erläutert Lichtenberg. „Dieser zusätzliche Aufwand ist der Beitrag, den das Colonia-Management und die Mitarbeiter aufwenden, um den GMK6300L-1 unter Nutzung kürzerer Fahrwege zur Baustelle zu bringen.“

Das Gesamtzuggewicht der beladenen Hauptausleger-Transporteinheit beträgt weniger als 59 Tonnen. Somit kann der Colonia GMK6300L-1 in mehreren Transportvarianten (<72 Tonnen, <60 Tonnen, <40 Tonnen) umgesetzt werden. Das neue System ist als Option erhältlich. Manitowoc liefert bereits Geländekrane, die mit diesem System ausgestattet sind, an den nordamerikanischen Markt, um die örtlichen Straßenverkehrsvorschriften zu erfüllen.

„Zusammen mit Manitowoc haben wir einen Kran konfiguriert, der alle unsere Anforderungen an einen besonders leistungsstarken Mobilkran erfüllt, der gleichzeitig einfach zu bedienen ist und sich gut für Straßen und Alltagssituationen eignet. Wir haben jetzt die Transportgenehmigung für einen 6-achsigen Mobilkran in Nordrhein-Westfalen erhalten und sind mit den Ergebnissen zufrieden“, sagte Colonia-Chef Frank Schönges.

„Aufgrund der jahrzehntelangen, vertrauensvollen Geschäftsbeziehung zwischen Colonia und Manitowoc war es für uns selbstverständlich, dieses Projekt erfolgreich abzuschließen“, ergänzte Erdogan Arslan, Vertriebsleiter für Mitteleuropa bei Manitowoc. Anders gesagt: Die ersten Tests mit dem modifizierten Kran sind den Beteiligten zufolge erfolgreich verlaufen.

Colonia Spezialfahrzeuge blickt auf eine mehr als 70-jährige Geschichte zurück. Es besteht eine langjährige Beziehung zu Manitowoc und seinem Vertriebspartner für Deutschland, der Kranagentur Werner. Der Fuhrpark des Kölner Anbieters umfasst insgesamt 250 Einheiten.

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