24.10.2018

Fisch im Wasser

Dicker Fisch an Land gezogen – nein, ins Wasser gegangen: In Harlingen in den Niederlanden ist ein Brunnen mit der Form eines Pottwals per Kran zu Wasser gelassen worden. Dieser künstliche Wal sprüht in unregelmäßigen Abständen eine Wasserfontäne in die Luft. Er ist Teil des Projekts „11 Fountains“, das in elf friesischen Städten jeweils einen neuen Brunnen realisiert. Kaum einer weiß es, aber Leeuwarden-Friesland ist Kulturhauptstadt Europas 2018.

Die lebensgroße Pottwal-Reproduktion aus Kunststoff und Beton steht am Zuiderpier im Hafen von Harlingen und wurde von einem Sennebogen 1100 E an Ort und Stelle gehoben. Es ist der letzte Brunnen des Projekts „11 Fountains“. Gestaltet wurde er von den kubanischen Künstlern Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla.
Dicker Fisch am Haken: Der Sennebogen 1100E hebt den 17-Tonnen-Pottwal in den Hafen

Die Firma De Boer & De Groot Civiele Werken war Teil des Teams für den Bau der Unterkonstruktion von insgesamt vier Brunnen (Harlingen, Workum, Hindeloopen und Stavoren). Die drei Meter hohe und 18 Meter lange Sichtfläche wurde nach der Montage mit Schaumbeton ausgefüllt, damit sie dem Druck von Eis und anderen Einflüssen standhält.

Nachdem der Sennebogen 1100E den Pottwal am Kai platziert hatte, konnte die Besatzung des Kranschiffs Durk den Wal übernehmen und in Richtung Wilhelmshaven fahren. Die Durk ist das größte Kranschiff von De Boer & De Groot; die Firma hat ein ehemaliges Fischerboot in ein Arbeitsschiff umgewandelt, und sie benötigte dafür einen Kran mit ausreichender Kapazität für Arbeiten am und um das Wasser, beispielsweise für die Installation und den Abbau von Spundbohlen, die Installation von Fendersystemen und Schleusentoren wie auch Fundamentarbeiten. Die Sennebogen-Raupe mit 50 Tonnen Tragkraft und einer Auslegerlänge bis 52,3 Meter erwies sich für die Dimension des Schiffs (9,1 Meter breit, 50 Meter lang, Tiefgang 0,70 Zentimeter) als ideale Lösung.
Eingespieltes Team: Kran und Kranschiff

Vor den Augen vieler Schaulustiger wurde der Brunnen schlussendlich auf sein Fundament gestellt. Nach der Fertigstellung bringt der Brunnen etwa 17 Tonnen auf die Waage. Der Bauch des Pottwals wird einen Meter unter dem Amsterdamer Meeresspiegel liegen. Bei extremen Wasserständen wird der Brunnen also entweder schwebend wirken oder unter Wasser sein. „Wenn die Flut kommt, verschwindet er fast im Wasser“, sagt Jennifer Allora.

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