02.10.2018

Großbrand bei Boels

Großeinsatz gegen Mitternacht: Unbekannte haben in der Nacht zum Montag eine Lagerhalle bei Boels im nordrhein-westfälischen Willich angezündet. Die Halle im Gewerbegebiet Münchheide, dem Sitz der deutschen Niederlassung, wurde dabei komplett zerstört. „Als die Löschzüge eintrafen, brannte eine etwa 40 x 30 Meter große Halle, in welcher Verleihmaschinen, unter anderem Hebebühnen, abgestellt waren, in voller Ausdehnung“, berichtet die Polizei. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dach, Reifen und Spraydosen explodierten, rund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Eine Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Bereiche des Gebäudekomplexes konnte gerade noch verhindert werden.

In unmittelbarer Nähe, nur wenige hundert Meter entfernt, brannte Dämmmaterial auf zwei Bühnen von Mateco in Flammen. Dieser zweite Brand wurde nur wenige Minuten nach dem ersten gemeldet.

Den ganzen Montag über konnte die Polizei den Brandort bei Boels nicht betreten, da die Feuerwehr diesen aus Sicherheitsgründen bis Dienstag früh um 6 Uhr gesperrt hat – weil dort unter meterhohem Löschschaum eine Gasflasche lagert, die rund 24 Stunden abkühlen musste. Da Boels Geräte im Hambacher Forst eingesetzt hatte, schließt die Polizei einen Zusammenhang mit der Räumung des umstrittenen Waldes nichts aus. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte eine Polizeisprecherin.

Am Nachmittag gab die Firma Boels bekannt, dass sie ihre Maschinen sofort aus dem Hambacher Forst abzieht, da die Sicherheit ihrer Mitarbeiter gefährdet sei. Boels lieferte einige Lichtmasten und zwei kleine Geländefahrzeuge, hat aber eigenen Angaben zufolge nie eine einzige Arbeitsbühne im Hambacher Forst eingesetzt.

Boels sieht bereits seit einigen Tagen konfrontiert mit der Bedrohung seines Personals, Beschmierungen von Gebäuden sowie Beschädigungen von Firmeneigentum und Maschinen. „Das geht für mich zu weit. Und sobald die Sicherheit meiner Mitarbeiter gefährdet wird, ziehe ich eine Linie,“ erklärt Firmenchef Pierre Boels.

Boels Rental bleibe dabei, keinen Standpunkt in der Diskussion rund um den Hambacher Forst zu vertreten. Boels liefert nur Maschinen und Geräte ohne Personal. „Wir hoffen, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert, unsere Mitarbeiter nicht weiter belästigt oder bedroht werden und die beteiligten Parteien bald zusammenkommen, um die weitere Vorgehensweise zu diskutieren“, so das Unternehmen.

Zuvor hatten bereits Gerken, Cramer und Hundrup ihre Arbeitsbühnen aus dem Hambacher Forst abgezogen.

Kommentare

Barecat
es gibt Gewalt von der Linken Seite und von Rechts.
Heute geht ohne Gewalt gar nichts mehr, scheint es. Was hat ein Vermietungsunternehmen damit zu tun wenn Leute ein Wald behalten möchten. Nur RWE hat eine Verantwortung.

02.10.2018

Oliver Feldbusch
Eine unangenehme und gefährliche Entwicklung in unserem Land. Wenn es zur Gewohnheit wird, ungeliebte Projekte auf dieser Ebene mit Gewalt anzugreifen.
Brennen dann auch bald Baumaschinen bei Autobahnneubauten oder bei der Elbvertiefung?

02.10.2018
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