10.01.2018

Frankreich bekommt erste schwimmende Windkraftanlage

Liegt die Zukunft in schwimmenden Windkraftanlagen? Frankreich hat jetzt seine erste Anlage dieser Art ins Rennen geschickt. Montiert wurde sie im Hafen der an der Loire-Mündung liegenden nordfranzösischen 70.000-Einwohner-Stadt Saint-Nazaire. Es handelt sich um eine 2-Megawatt-Windturbine V80 des EU-Projekts Floatgen. Eingehoben wurde jede Komponente von einem 1.200-Tonnen-Kran, nämlich Frankreichs größtem Teleskopmobilkran, dem LTM 11200-9.1 von S.E. Levage: zwei Turmelemente, das Maschinenhaus, die Nabe und die drei Rotorblätter. Beim Heben der Turmstücke war ein 100-Tonnen-Kran als Hilfskran notwendig, um diese jeweils im Tandemhub zu bewältigen.
Erst werden die einzelnen Komponenten der Windkraftanlage eingehoben...

Damit das schwimmende Windrad stabil bleibt, lud der britische Schwerlastlogistiker ALE während der Hübe Ballast auf das Fundament. Vier Unterwasserpumpen pumpten entsprechend Wasser in die Ballasttanks. Sobald die Windturbine auf dem schwimmenden Fundament komplett montiert war, wurden die elektrischen Verbindungen hergestellt wie auch Sensorik und Messequipment angebracht und eingerichtet.

ALE-Projektmanager Antonio Martin Garcia resümiert: “Das war ein einzigartiger Einsatz für uns und das erste Mal, dass wir solch eine komplexe Aufgabe in diesem Sektor übernommen haben. Wir konnten diese Lösung für diese Herausforderung anbieten, weil wir zum einen erfahrene Bediener an der Hand hatten mit Expertise im jeweiligen Bereich und zum anderen weil wir das Projektmanagement kompetent steuern konnten. Die erfolgreiche Bewerkstelligung dieses Projekts unterstreicht unsere steigende Windkraftanlagen-Kompetenz und legt die Messlatte höher für Schwerlastlösungen im Bereich der erneuerbaren Energien.“
...dann die weiteren mechanischen und elektrischen Teile

Die Floatgen-Anlage soll dort erst einmal offshore getestet werden, bevor sie für weitere Testzwecke zwei Jahre lang vor der Küste des Städtchens Croisic verankert werden soll. Damit will die EU bzw. wollen die Projektpartner die Machbarkeit dieser Technologie demonstrieren, zumal 80 Prozent der abgreifbaren Windressourcen sich in Gewässern befinden, die über 60 Meter tief sind, so die Beteiligten.

Mehr erfahren Sie in folgendem Video (Quelle: YouTube):


Hintergrund
Im Unterschied zu „normalen“ Offshore-Windkraftanlagen können schwimmende Windmühlen in größeren Wassertiefen eingesetzt werden. Praktisch auch, dass sie im Hafen in Serie gefertigt werden können, um dann an ihren Standort auf hoher See geschleppt zu werden. Am Boden müssen sie dann trotzdem verankert werden. Das Floatgen-Projekt wurde 2013 angestoßen und von sieben europäischen Partnern realisiert, darunter Ideol, Bouygues, die Ecole Centrale de Nantes und die Uni Stuttgart.

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