19.12.2017

Schwere Bewährungsprobe

Eine Raupe, zwei Mobilkrane, drei SPMTs: Mit einem cleveren Montagekonzept hat Riga Mainz im November in Essen einen kniffligen Brückenhub realisiert. Eine 418 Tonnen schwere und knapp 50 Meter lange Stahlbrücke musste über einer Bahnstrecke positioniert werden.

Die mehrgleisige Bahnstrecke, die die künftige Brücke überspannen sollte, musste gesperrt werden. Dies gab den Takt für die kniffligen Transport- und Hebearbeiten vor. In zwei Nachteinsätzen mit Zeitfenstern von jeweils nur dreieinhalb Stunden musste der Einbau der Brücke über der tiefer liegenden Bahntrasse erledigt werden.

Doch auf welche Art soll das Unterfangen realisiert werden? Anfänglich war die Ausführung der Montage per Verschub geplant gewesen. Die Brücke hat in der Draufsicht allerdings die Form eines Parallelogramms und überspannt die Gleise schiefwinklig; für einen Verschub denkbar ungünstige Voraussetzungen. Stattdessen wurde ein alternatives Montagekonzept realisiert, das Uwe Langer, Geschäftsführer von Riga Mainz, ausgearbeitet hatte.
SPMT und Raupenkran: das Konzept

Und das lief so ab: Riga Mainz hat die gewaltige Stahlbogenkonstruktion, die in den letzten Monaten auf einem angrenzenden Baufeld gefertigt worden war, auf drei SPMTs (Self-Propelled Modular Transporter) zur Baustelle transportiert. Etwa 15 Meter ragte die Konstruktion über die Eisenbahntrasse, als die SPMT-Module am südlichen Widerlager der Brücke zum Stehen kamen.

Der auf der gegenüberliegenden Seite positionierte Raupenkran LR 1600/2 übernahm bei einer Ausladung von 42 Meter etwa 190 Tonnen des Brückengewichts. Hierfür war der Großkran mit Derrickausleger, Ballastwagen und Kontergewichten von insgesamt 565 Tonnen Gewicht gerüstet worden. Ein unter dem anderen Ende der Brücke verbliebenes, schräg positioniertes SPMT-Modul schulterte mit knapp 230 Tonnen den Rest der gewaltigen Last. In dieser Konstellation konnte die Stahlkonstruktion diagonal verfahren, fast vollständig über die Trasse gehoben und auf der Seite des Raupenkrans auf zwei provisorische Pfeiler gesetzt werden.
Der LTM 1500-8.1 montiert bei den Rüstarbeiten die Grundplatte für den variablen Ballast des neuen 450-Tonnen-Krans

Bis zum zweiten Einsatz in der folgenden Nacht hatten die Männer von Riga Mainz auf der Südseite neben einem LTM 1500-8.1 auch den jüngsten Neuzugang der Kranflotte des Unternehmens aufgebaut. Der Liebherr-Mobilkran LTM 1450-8.1 musste sich hier bei einem seiner ersten Einsätze bewähren. Mit etwa 110 Tonnen Bruttolast hatte der 450-Tonnen-Kran etwa den gleichen Lastfall wie der größere Fahrzeugkran zu bewältigen – bei allerdings etwas geringerer Ausladung.

Kranfahrer Fred Wunsch mag seinen neuen Kran: „sehr gute Bedienbarkeit, einfach klasse“, lobt er. Insgesamt hingen beachtliche 430 Tonnen Bruttogewicht an den drei Kranhaken, als die Brücke von dem SPMT-Modul und den Behelfsstützen gehoben und schließlich um sechs Meter versetzt auf die Widerlager platziert wurde.
Insgesamt 430 Tonnen hängen an den Auslegern der drei Krane

Über den neuen 450-Tonner sagt Firmenchef Uwe Langer: „Der Kran hat mit 85 Meter den längsten Ausleger in seiner Klasse, mehr als hervorragende Traglastwerte und ein Transportgewicht, das auf den Punkt genau stimmt“. Und noch etwas nennt Langer als Argument für seinen Kauf: „Weil es ein Liebherr ist.“
Fast geschafft: Rechts vorne der LTM 1450-8.1, zwischen den Mobilkranen und dem Widerlager ist das SPMT-Selbstfahrer-Modul auszumachen


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