13.11.2017

Drei Neuheiten von ALE

Der britische Schwertransportlogistiker ALE hat gleich drei Innovationen vom Stapel gelassen: eine 600-Tonnen-Trägerbrücke, ein gewaltiges Hubportal und ein Tool zur Streckenvermessung für Schwertransporte.

Mit einer Tragkraft von 600 Tonnen ist die AL600 jetzt die größte Seitenträgerbrücke von ALE. Sie übertrifft die bisher größte Ausführung, die AL500, um hundert Tonnen. Das modulare Konzept mit 15-Meter-Hauptträger und 7-Meter-Lastverteiler erlaubt es, das System in vielen verschiedenen Konfigurationen zu fahren, je nach Last. So können damit beispielsweise Dampfturbinen, Generatoren und Trafos transportiert werden. Standardmäßig wird die AL600 mit zwei Transportern mit je 16 Achslinien verwendet. Für ein anstehendes Projekt ist eine Konfiguration mit 2 x 20 Achslinien vorgesehen, um die Achslast im vollbeladenen Zustand auf 14 Tonnen zu drücken.
ALEs neue Seitenträgerbrücke AL 600 hat 600 Tonnen Kapazität

Eines der Hauptmerkmale ist die spezielle Konstruktion des Schwanenhalses, der sich zu beiden Seiten hin verjüngt, sodass der Transporter engere Kurvenradien fahren kann, ohne allzu viele Schilder und andere Hindernisse entfernen zu müssen. Die Neuheit verfügt auch über die neuesten Steuerungssysteme für die Lenkung, Höhenverstellung, Kamerasysteme und Schocksensor inklusive Datenlogging – alles gesteuert über die High-Tech-Kabine am Heck.
Das AL 600 ist konzipiert für 32 bis 40 Achslinien

„Wir wollten eine Transportlösung finden, die all unsere Anforderungen an Schwertransporte erfüllt und sich zugleich mit unserer gegenwärtigen Flotte verwenden lässt – mit unverändert hoher Sicherheit und niedrigen Achslasten“, erklärt ALEs Technischer Direktor Ronald Hoefmans. „Andere Standardlösungen konnten unsere Bedürfnisse nicht erfüllen, also machten wir uns daran, eine eigene Lösung zu konstruieren. Der AL600 ist so stark und so flexibel im Einsatz wie keine andere Transportbrücke in der Branche.“

Gefertigt und getestet wurde das erste Exemplar im ALE-Standort in Breda in den Niederlanden. Als erstes steht ein Projekt in Chile an.
Das 1.000 Tonnen starke Hubportal TLG1000

Eine weitere Neuheit aus dem Hause ALE ist ein Hubportal mit 1.000 Tonnen Tragkraft. Es besteht aus vier Türmen und erlaubt verschiedene Spurweiten von den typischen 915 Millimetern bis hin zu extrabreiten 1,75 Metern. Das soll für zusätzliche Stabilität sorgen, wenn ebendieser Platz vorhanden ist. Die vierstufigen Türme sind laut ALE in der Lage, die dreifache Seitenlast von Standardsystemen aufzunehmen, wie sie derzeit erhältlich sind. Außerdem können die Türme die volle Last bis ganz nach oben heben – auf 12 Meter. An Sicherheitstechnik vorhanden sind ein mechanisches Verriegelungssystem sowie ein Monitoringsystem, das die Bodenbeschaffenheit erfasst und jede Bewegung der Türme überwacht.

„Wir wollten eine Lösung mit hoher Traglast finden, ohne Kompromisse bei der Stabilität machen zu müssen“, erläutert Hoefmans. „Dieses System ist nicht nur stärker, sondern die Tragkraft bleibt stets konstant hoch bei allen drei Teleskopierstufen während des Hebevorgangs.“
Das ALE Route Survey Tool zur Streckenvermessung

Aller guten Dinge sind drei: Die dritte Innovation hört auf den Namen Route Survey Tool. Es handelt sich um ein rechnergestütztes System, das automatisch alle Einzelheiten einer Strecke digital erfasst. Kritische Stellen im Streckenverlauf werden vermessen; Fotos, Videos und Zeichnungen dazu werden ebenso erzeugt, damit man sich das Ganze gründlich analysieren kann.

Das überaus kompakte System wird mit vier Saugnäpfen auf einem Autodach oder dem eines Transporters montiert und kann bis zu einem Tempo von 80 km/h die Daten der abgefahrenen Strecke aufzeichnen. Der Abtastbereich beträgt hundert Meter mit einer Genauigkeit von 20 Millimetern. Diese Informationen lassen sich ins separat erhältliche Fahrerassistenzsystem integrieren, sodass der Fahrer Anweisungen zu den anstehenden Schwierigkeiten der vor ihm liegenden Route erhält.

„Die bisherigen Systeme zur Erfassung des Streckenverlaufs für Schwertransporte werden manuell erstellt und unterliegen menschlichen Fehlern. Außerdem können sie viel Zeit kosten. Wir wollten eine Lösung finden, die nicht nur sicherer, sondern auch präziser und verlässlicher arbeitet, zugleich große Entfernungen abdeckt und eine schnellere Alternative darstellt“, sagt ALEs Entwicklungschef Harrie Smetsers. „Das Route Survey Tool ist ein einfaches und revolutionäres System und zugleich das einzige am Markt, das konsistente und akkurate Streckenübersichten erstellt, ohne dass man händisch Informationen eingeben oder aus dem Fahrzeug aussteigen muss.” Das erste Exemplar wird zur Zeit in Indonesien eingesetzt. Das zweite wird dem Vernehmen nach in Großbritannien zum Einsatz kommen.


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