29.08.2016

Damit der Zeitplan nicht ins Schwimmen kommt

Ins eiskalte Wsser geworfen wurde Ungarn: Zwar hatten sich die Magyaren ursprünglich gemeldet, um die Schwimmweltmeisterschaften 2021 auszurichten. Doch dann sprang das mexikanische Guadalajara als Gastgeber für 2017 ab, und auf einmal fragten sich die Ungarn, ob sie den Kraftakt stemmen können, den neuen Schwimmkomplex satte vier Jahre früher fertigzustellen. Um es vorwegzunehmen: Sie können.

Zum Bau: Der vom 27 Jahre jungen ungarischen Architekten Ferenc Hetsch entworfene, sechs Stockwerke aufragende Schwimmkomplex liegt direkt am Donauufer. Das Gebäude überspannt eine Fläche von 25.000 Quadratmetern und fasst 5.000 Sitzplätze, erweiterbar auf 18.000, verfügt über ein 50-Meter-Wettkampfbecken mit zehn Bahnen, ein achtbahniges Aufwärmbecken, zwei Freizeitbecken, ein Restaurant im obersten Stockwerk sowie Presse-, VIP- und Freizeiteinrichtungen. Neben einem auffahrbaren Dach kommt am Gebäude modernste Technik zur Anwendung, um die Energie aus der Erdwärme, dem Abwasser und sogar aus den Schritten der Besucher zu nutzen, die über technisch ausgeklügelte, rund um das Gebäude angebrachte Laufstege gewonnen wird. Ausgestattet mit einer integrierten Technik zum Öffnen und Schließen je nach Wetter, ist dieses Dach übrigens das erste seiner Art im ganzen Land.
So soll das Ganze aussehen, wenn der fertig und die Becken gefüllt sind

Für Ungarn hieß das in dem Fall, dass für den Bau des 54 Meter hohen Schwimmkomplexes nur zwei statt der zunächst veranschlagten vier Jahre Bauzeit zur Verfügung standen. Ungarn war wild entschlossen, ins kalte Wasser zu springen und das Projekt durchzuziehen.

Dafür musste die entsprechende Bühnentechnik vor Ort adäquat dimensioniert sein: So empfahl der Budapester Maschinenvermieter Gepber, gleich zehn Boomlifte von Genie einzusetzen, darunter zwei Genie SX-180 Superbooms und fünf Genie ZX-135/70. Kaum war die Hauptkonstruktion des Komplexes errichtet, kamen die Bühnen herein: Die fünf genannten Gelenkteleskope, die beiden Superbooms, zwei Teleskoparbeitsbühnen S-85 sowie eine Genie S-125 HD.

Zunächst half das zehnköpfige Bühnenensemble bei der Installation eines beeindruckenden Netzwerks aus Stromkabeln im gesamten Komplex. Darüber hinaus unterstützte es die Arbeiten beim Heben, Positionieren und Zusammenschweißen der Dachbauteile und des komplizierten Geflechts aus Verkleidungsplatten an der Gebäudefassade. Vorgesehen war ein Einsatz über vier Monate.
In dem spektakulären 54 Meter hohen Dagàly-Schwimmkomplex wird die Schwimm-WM 2017 stattfinden-

Während die ZX-135-Gelenkteleskope an den unteren Gebäudeetagen auf bis zu 43,15 Meter Höhe zum Einsatz kamen, unterstützten die beiden SX-180 die Vorhaben an den obersten Konstruktionselementen, namentlich die Schweißarbeiten an den Stahlbauteilen des auffahrbaren Daches bis zu einer Höhe von 54 Metern.

„Zusätzlich trug die besonders geschäftige und beengte Baustelle ebenfalls zu den Herausforderungen bei“, berichtet Csaba Farkas, Geschäftsführer von Gepber Ungarn. „Neben der sanft ansprechenden Proportionalsteuerung fanden die Monteure den Korbarm ausgesprochen praktisch, als es darum ging, die Komponenten präzise an der benötigten Stelle anzuschweißen. Beide Aspekte halfen dabei, viel Zeit einzusparen. Alles zusammengenommen konnten dank der Genie-Arbeitsbühnen zur Freude unseres Kunden sämtliche Arbeiten eigenständig und völlig reibungslos erledigt werden – ganze sechs Wochen vor dem Zeitplan!“, freut sich Farkas. Hier fällt also nix ins Wasser, außer den Athleten, wenn es soweit ist.

Der Dagàly-Schwimmkomplex wird seine Türen für Schwimmer und Taucher im März 2017 öffnen – rechtzeitig zur 17. Schwimmweltmeisterschaft, die vom 14. bis zum 30. Juli 2017 stattfinden wird.


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