25.07.2016

Intermat geht nach Asien

Die Organisatoren der französischen Intermat tun sich zusammen mit dem thailändischen Veranstalter Impact, um ein asiatisches Format der Baufachmesse aufzulegen. Die erste Ausgabe steigt vom 8. bis 10. Juni 2017 in Bangkok, Thailand. In welchem Rhythmus – ob alle zwei oder drei Jahre – die Messe stattfinden soll, wurde nicht mitgeteilt.

Die neue Messe nennt sich Intermat Asean. Asean steht im Englischen für die Association of Southeast Asian Nations, eine internationale Organisation südostasiatischer Staaten. Mitgliedsstaaten sind
Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Alle zusammen kommen auf über 600 Millionen Einwohner.

Den Veranstaltern zufolge handelt es sich um eine der am stärksten wachsenden Regionen weltweit. Zudem bestehe ein hoher Nachholbedarf beim Ausbau der Infrastruktur. Pro Jahr müssten 60 Milliarden Dollar (55 Milliarden Euro) da hineingepumpt werden in kommenden fünf, sechs Jahren. Entsprechend will die neue Messe sämtliche Baumaschinen und -leistungen abdecken, vom Bagger bis zum Zementmischer, von der Komponente bis zum Kran.

Bislang fand alle zwei Jahre die Constech statt mit 300 Ausstellern und 5.000 Besuchern. Darauf wollen die Macher nun aufbauen und die Constech durch die Intermat Asean ablösen. Veranstaltet wird die Messe von S.E. Intermat, einer gemeinsamen Tochtergesellschaft des Messeveranstalters Comexposium und der französischen Branchenverbände Cisma und Seimat. Die nächste reguläre Intermat in Europa findet vom 23. bis 28. April 2018 in Paris-Nord Villepinte statt.


Vertikal Kommentar

Wenn die erste Ausgabe der Intermat Asean in knapp einem Jahr über die Bühne geht, haben die bauma-Macher mehr als ein Jahrzehnt Vorsprung: nämlich 13 Jahre. Sie haben bereits 2004 die Weichen für eine weitere Internationalisierung ihres ohnehin weltweit renommierten Aushängeschildes gestellt und sukzessive Ableger in China (2004) Indien (2011) und Afrika (2013) geschaffen und zuletzt noch die CTT in Moskau übernommen (2015). Während die Intermat sich als funktionierende Regionalmesse erweist und erwiesen hat, die primär den französischen Markt sowie einige Maghreb-Staaten bedient, ist die bauma in München unangefochten die Nr. 1 unter den Baufachmessen.

Das Einzige, was das Original – die Münchner bauma – abwerten könnte, sind die bauma-Ableger. Warum? Wenn ich aus China, Indien oder Afrika oder komme, warum sollte ich dann die weite und aufwändige Reise nach München auf mich nehmen? Die bauma-Babys warten ja vor der eigenen Haustür. Dieser Effekt ist für die Intermat allerdings nicht zu erwarten, da ihre Strahlkraft zum Teil schon an der deutschen Grenze verblasst.

Einige Länder, an die sich die neue asiatische Intermat nun richtet, sind schon bereits seit 2004 Zielmärkte der bauma China, darunter Thailand, Vietnam, Malaysia und Singapur. Ob die Aussteller beide Messen gleich gut anzunehmen, bleibt abzuwarten. Zumal beide relativ dicht aufeinander folgen: im November 2016 die bauma China, dann im Juni 2017 die Intermat Asean. Auch hier hat die bauma also die Nase vorn. Mal sehen, wie die erste Intermat Asean sich schlägt. Dann wird man weitersehen.

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