30.12.2015

Fränkische Brückentechnologie

Der Nürnberger Schwerlastexperte Schmidbauer setzt bei diesem Brückeneinsatz auf den erst kürzlich ausgelieferten ATF 220G-5 des Laufer Kranbauers Tadano. (O-Ton Tadano: „Der 220-Tonner mit modernster Ausstattung gilt nach wie vor als Messlatte in seiner Klasse.“) So gewappnet, machte sich die Firma an die Kranarbeiten, mit denen die aus dem Jahre 1936 stammende Emskirchener Eisenbahnbrücke auf der Strecke zwischen Fürth und Würzburg durch eine neue Betonbrücke ersetzt werden soll.
Die jetzige, alte Eisenbahnbrücke Emskirchen (Foto: Wolfgang Bärnreuther/Heimatverein Emskirchen e.V.)

Die neue Konstruktion überspannt das Aurachtal in einer Höhe von 40 Metern auf einer Länge von 530 Metern. Sie soll Ende November 2016 in Betrieb genommen werden.
August 2014: Während der Zugverkehr über die alte Emskirchner Stahlbrücke rollt, entsteht nebenan die neue Aurachtalbrücke (Foto: DB Netz AG/Lothar Mantel)

September 2015: Die Brückenpfeiler entstehen (Foto: DB Netz AG/Simone Färber)

Um das riesige Schalungsgerüst auf den bestehenden Brückenpfeilern fixieren zu können, wurde ein sogenanntes Leergerüst in die eigens dafür vorgesehenen Scharten im Pfeiler eingesetzt – eine anspruchsvolle Aufgabe. Nach Beendigung eines Bauabschnitts sollte der 220-Tonner die Leergerüste abbauen und am nächsten Brückenpfeiler montieren. Dafür musste der ATF 220G-5 sehr häufig die Position wechseln und mit 71 Tonnen Gegengewicht im Gepäck auf der Baustelle umsetzen.
Knifflige Aufgabe für Schmidbauers ATF220G-5

Kranfahrer Andreas Tischer durfte den anspruchsvollen Einsatz fahren: „Sogar den Anstieg zum Brückenkopf habe ich mit komplettem Gegengewicht und mit der 14.00 R 25-Basisbereifung geschafft, was ich zunächst nicht für möglich hielt.“
Die neue Konstruktion ersetzt die alte Brücke von 1936 – und damit vier Jahre jünger als die Firma Schmidbauer

Im Einsatz sollte der mit einem 68-Meter-Hauptausleger plus Lift-Adjuster ausgestattete Mobilkran bei einem Radius von knapp 18 Metern die 22,5 Tonnen schweren Stahlgerüstteile einheben. Andreas Tischer zufolge war dies kein Problem für den Kran, da er die 22,5 Tonnen bis zu einem Radius von 24 Metern freigegeben hatte. Kniffliger war die Demontage des vorherigen Brückenpfeilers: Um das schwere Stahlgerüstteil aus dem Leergerüst zu heben, musste unter Last teleskopiert werden. „Den Stahlträger bringt man nicht frei, ohne dabei zu teleskopieren. Dass der ATF 220G-5 genau in diesen Arbeiten seine Stärken hat, dafür ist er bekannt“, unterstreicht der Kranfahrer, der sich über den gelungegen komplexen Einsatz freut. Ebenso freut er sich übrigens auch über die neue Fahrerkabine, die laut Tadano bald das Gesicht aller Mobilkrane im Hause prägen wird.
Schlank und lang, so soll die fertige Brücke aussehen (Bild: SSF Ingenierure AG)

Schmidbauer GmbH & Co. KG
Im Jahre 1932 wurde die Schmidbauer-Gruppe gegründet. Mittlerweile betreibt die Firmengruppe insgesamt 250 Autokranen in über 20 Niederlassungen im gesamten Bundesgebiet und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.

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