10.11.2015

Kirow-Kran-Unfall: Ursache geklärt

Knapp zweieinhalb Jahre nachdem ein Kirow-Gleiskran in Zürich auf einen einfahrenden Zug mit 250 Fahrgästen gekippt ist, steht die Unfallursache nun fest. Am 13. Juli 2013 kippte der Kirow-Kran aufs Gleis im Bahnhof Oerlikon, doch die Reisenden hatten riesiges Glück und kamen mit dem Schrecken davon. Jetzt ist klar: Schuld war ein Defekt in der Hydraulik.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat den Unfall eingehend untersucht. Dem nun veröffentlichten Bericht zufolge ist „mit großer Wahrscheinlichkeit“ ein Hydraulikdefekt beim automatischen Niveauausgleich des Krans daran schuld, dass der Ausleger sich derart bewegt hat, dass der Kran ins Wanken kam.
Der Unfall am 13. Juli 2013 wirbelte das Schweizer Bahnsystem mächtig durcheinander

Doch so ganz sicher scheinen die Prüfer nicht: Ebenso habe wohl eine sich aufschaukelnde Last die Kippgefahr vergrößert, und auch die Steuerelektronik sei defekt gewesen. Außerdem konnte die SUST nicht ausschließen, dass der Untergrund nachgegeben hat. Hier finden Sie den Bericht der Behörde (PDF.) Blöd auch, dass der Datenlogger ebenso defekt war und keine Daten aufgezeichnet hat, die das Geschehen am Unfalltag dokumentieren.

Kurios: Der betreffende Kran, ein Kirow KRC 1200, war wenige Monate vor dem Unfall noch überprüft worden, im Februar durch die Betreiberfirma, im März durch den Hersteller. Ergebnis: keine Mängel, keine Beanstandungen.

Hintergrund
Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) ist die staatliche Behörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft, welche den Auftrag hat, Unfälle und gefährliche Ereignisse von Bahnen, Luftfahrzeugen und Schiffen zu untersuchen.

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