28.09.2015

Nooteboom zeigt den „Manoovr“

Allzeittief oder Allzeithoch? Nooteboom hat die Messlatte für Semitieflader mit Pendelachsen höher und diesen selber aber tiefergelegt. Die extrem niedrige Ladeflächenhöhe von lediglich 780 Millimetern ist das eine, die 12-Tonnen-Achslast-Zulassung in ganz Europa das andere. Das macht den „Manoovr“ zu etwas Besonderem. Bevor er auf der Nutzfahrzeugmesse Bedrijfsauto RAI in Amsterdam im Oktober Premiere feiert, durfte die Presse vorab an der Neuvorstellung schnuppern. Die Ladefläche sinkt damit auf ein „Allzeittief“, denn verglichen mit Nootebooms Multi-PX wurden sage und schreibe 70 Millimeter gewonnen – in der Transportbranche sind das Welten.
Der Manoovr fährt vor

Stefan Salari ist als Produktmanager bei Nooteboom tätig. Er war an der Umsetzung der ambitionierten Manoovr-Technologie maßgeblich beteiligt. Er erläutert: „Ausgangspunkt bei der Entwicklung war, bei allen wichtigen Parametern bessere Werte als bestehende Techniken zu liefern. Das ist uns gelungen. Der Manoovr erhält in den Niederlanden wegen der Pendelachsen 12 Tonnen Achslast mit dauerhafter Ausnahmegenehmigung. Das ist bedeutend mehr als bei Aufliegern mit anderen Formen der geteilten Achse, die in vielen Fällen auf 9 Tonnen pro Achse beschränkt bleibt.“
Stefan Salari

Salari führt weiter aus: „Mit 780 Millimeter Ladeflächenhöhe haben wir im Vergleich zum gegenwärtigen Multi-PX 70 Millimeter gewonnen. Im Spezialtransport, wo jeder Zentimeter zählt, ist das ein großer Fortschritt. Kein anderer Hersteller bietet 70 Grad Lenkeinschlag. Mit einem Ausgleichshub von 500 Millimeter sind wir die besten am Markt. Soll ich fortfahren? Die Lebensdauer der Reifen ist enorm, manchmal drei bis viermal länger als bei einem Auflieger mit anderer Einzelradaufhängung. Und unser Manoovr MPL ist vor allem einfach und leicht konstruiert mit Blick auf viel Nutzlast und niedrige Unterhaltskosten.“ Anschließend resümiert er die Nachteile der Varianten mit Einzelradaufhängung wie hoher Reifenverschleiß, eingeschränkter Federweg, keine wirklich straßenschonende Bauweise und letztendlich hohe Betriebskosten.
Die neue Lösung der geteilten Achse im Detail

Salari meint: „Mit unserem Manoovr haben wir diese Probleme minimiert. Er hat gut 50 Prozent mehr Federweg als ein Auflieger mit anderer Einzelradaufhängung. Beim teleskopierten Lastzug mit vielen Achsen muss der Ausgleichshub die Unebenheiten des Weges kompensieren. Wenn der Hub eingeschränkt ist, ruht immer wieder ein großer Teil der Ladung auf einer einzelnen Achse. Mögliche Folgen: Schäden am Auflieger, an der Ladung oder am Straßenbelag. Der Ausgleichshub des Manoovr ist mit 500 Millimetern sicher ausreichend dimensioniert, um diese Schäden zu vermeiden. Auch für das Be- und Entladen ist ein großer Hub essenziell.“
So einfach geht's rauf und runter

Maximal 70 Grad Lenkeinschlag soll das „Manoovrieren“ ungeahnt effektiv machen. Um die optimale Lenkbarkeit zu gewährleisten – sowohl eingeschoben als auch teleskopiert – kann die Lenkung einfach angepasst werden. Zum Verstellen der Lenkung muss der Fahrer nicht mehr unter das Fahrzeug. Die Steckbolzen sind von oben erreichbar. Ein Umsetzen gibt vor, ob die vorderen Achsen des Trailers mit der Sattelzugmaschine mitlenken (erwünscht bei eingeschobenem Trailer, also entgegengesetzt zu den hinteren Achsen), starr bleiben oder mit den hinteren Achsen des Trailers mitlenken. Einfach und mit verblüffendem Resultat: Der Trailer läuft sowohl eingeschoben als teleskopiert perfekt hinter der Sattelzugmaschine her und hat damit einen minimalen Reifenverschleiß. Im Mittel können die Reifen laut Hersteller 300.000 Kilometer verwendet werden.

Bei der Verwendung eines Multidollys bietet der Multi-PL darüber hinaus die Möglichkeit, die Lenkung des Multidollys hydraulisch anzupassen um das optimale Lenkschema in allen Kombinations-Kategorien zu gewährleisten.

Die Manoovr-MPL-Generation weist eine Vielzahl von neuen Details auf. So kann das Verhältnis zwischen Sattellast und Achslast auf die vorderen Achsen des Trailers einfach hydraulisch verstellt werden. Ein 30-Tonnen-Schwanenhals lässt sich stufenlos von 18 Tonnen für eine 6x4 Sattelzugmaschine bis zu 30 Tonnen für eine 8x4 Sattelzugmaschine regeln, bei zwölf Tonnen pro Achslinie auf dem Dolly. Die Regelung basiert auf zwei vertikalen Zylindern in der Halskonstruktion. Die Bedienung ist logisch, einfach und zentral unter dem Schwanenhals positioniert.

In normaler Fahrhöhe fährt der Trailer mit Dreipunktabstützung, bei der Ausgleich zwischen den Achsen maximal ist. Bei niedriger Geschwindigkeit kann auf Vierpunktabstützung umgeschaltet werden, die während des Manövrierens mehr Seitenstabilität gibt. Diese hydraulische Umschaltung macht das Manövrieren sicherer bei Transporten mit schwerer Ladung und hohem Schwerpunkt.

Lieferbar ist die Neuheit mit 3 bis 10 Achsen. Die Ladefläche kann einfach, doppelt oder dreifach teleskopierbar sein. Den Schwanenhals gibt es in einer 25- und einer 30-Tonnen-Ausführung, erhältlich ist der Manoovr Multi-PL in den zwei Breiten 2.550 und 2.750 Millimeter. Künftig wird die Manoovr-Technologie auch innerhalb des Nooteboom Tiefladerprogramms eingesetzt.

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