10.11.2014

Premiere für 120-Tonnen-Teleraupe

Der Straubinger Kran und Umschlagmaschinenhersteller Sennebogen hat seinen neuen Teleskopraupenkran enthüllt, den 6113E. Seine Traglast liegt bei 120 Tonnen. Bis zuletzt herrschte Rätselraten darüber, wieviel die Neuheit an den Haken nehmen könnte. 100 Tonnen? 110? 120?
Sennebogen-Chef Erich Sennebogen (l.) erläutert die Vorteile und Hintergründe des neuen Teleskopkrans

Sennebogen hatte ursprünglich eine Kapazität um die hundert Tonnen aufwärts angepeilt und daher auch den Arbeitstitel 6113E gewählt. Die mittlere Zahl in der Typenbezeichnung steht bei Sennebogen üblicherweise für die Traglast. Beim 683 beispielsweise liegt diese bei 80 Tonnen. Die neue Maschine hat also ein vierstelliges Zahlenkürzel mit eingeschobener „11“. Ironie der Geschichte: Die Sennebogen-Mitarbeiter sprechen stets vom „6-1-13“, also Sechs-Eins-Dreizehn.

Damit toppt der neue Teleskopraupenkran den bislang größten – traglaststärksten – Kran in der Modellpalette um 50 Prozent. Der 6113E hat einen vierteiligen 40-Meter-Ausleger, den der Hersteller Full-Power Boom nennt, mit einem Mehr-Zylinder-System, das laut Sennebogen völlig wartungsfrei daherkommt und jederzeit kraftschlüssig ist. So lässt sich der Ausleger stufenlos und schnell per Joystick auf die gewünschte Position austeleskopieren, ohne dass ständig der Zylinder vor- und zurückgefahren und jeder einzelne Zylinder verbolzt werden muss wie bei Ein-Zylinder Systemen.
Der neue 120-Tonnen-Teleskopraupenkran Sennebogen 6113E

Mit einem 8- oder 15-Meter-Spitzenausleger sowie einem 12-Meter-Gittermast lässt sich eine Gesamtsystemlänge von 70 Metern erzielen. Der 6113E kann zudem unter voller Last verfahren werden und, allerdings bei reduzierter Tragfähigkeit, an Steigungen oder Gefällen mit vier Grad arbeiten. Der hydraulisch auf 5,40 Meter ausziehbare Unterwagen verwendet acht Meter lange und extra schwere Raupenlaufwerke mit bis zu 900 Millimeter breiten Bodenplatten. Die Gesamtbreite der Maschine variiert zwischen 3,95 und 6,30 Meter.

Wie lässt sich der Kran transportieren? Drei verschiedene Möglichkeiten stehe zur Wahl: Entweder komplett mit seinen 112 Tonnen oder mit abgenommenem Ballast, das macht dann 78,6 Tonnen Transportgewicht, sowie mit demontiertem Raupenfahrwerk, was dann lediglich 46,5 Tonnen ergibt. Der 6113E kann beides wieder mühelos selbst montieren.
Geschäftsführer Erich Sennebogen (l.) mit Mitarbeitern, darunter Marketing-/PR-Manager Florian Attenhauser (2.v.r.) und Marketing-Direktor Michael Ibarth (r.) beim Produktlaunch

Sennebogen zufolge benötigt der neue Kran gut 30 Prozent weniger Platz als ein AT- oder RT-Kran. Außerdem ist der 6113E demnächst auch mit einem Arbeitskorb mit 1.000 Kilogramm Traglast zu haben.
Der 6113E kann auch an Gefällen mit 4 Grad Neigung arbeiten

Sennebogen verlangt für den neuen, in rund zwei Jahren entwickelten Raupenteleskopkran 800.000 Euro, je nach Ausstattung. Neben der um 20 Grad neigbaren Maxcab-Kabine wird auch eine um 2,70 Meter hochfahrbare Krankabine mit 30 Grad Neigfähigkeit angeboten.

Die nötige Power liefert ein 168-kW-Cummins-Dieselmotor in Tier 3A- oder 4-final-Ausführung. Ein zentraler Schmierpunkt für sämtliche Anlenkpunkte und den Drehkranz zählt zur Standardausstattung.
Der 6113E toppt den bislang stärksten Kran in der Sennebogen-Palette um satte 50 Prozent

Und wer kriegt jetzt den ersten? Laut Sennebogen sind bereits zwei Exemplare geordert, einen – soviel steht fest – bekommt ein deutscher Kunde gebracht.
Für die Premierengäste gab es die passenden Lebkuchenherzen

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