22.05.2014

Kampfansage an die Konkurrenz

Palfinger Platforms plant die Premiere seiner neuen 48-Meter-LKW-Bühne P480 NX: Ende Juni auf der APEX in Amsterdam ist es soweit. Einen Vorgeschmack erhalten Sie schon mal hier.
Palfinger-Werk in Krefeld aus der Vogel- oder WT1000-Perspektive

Zoom auf das Werk in Krefeld. „Es ist für uns eine Herausforderung, immer die marktführenden Produkte anzubieten“, erklärt Stephan Kulawik, der Geschäftsführer von Palfinger Platforms. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Baureihe großer LKW-Bühnen, intern „Jumbo-Klasse“ genannt, ist in die Jahre gekommen.
Stephan Kulawik, Geschäftsführer von Palfinger Platforms

Die Modelle WT450, WT530, WT610 und WT700 stammen allesamt aus den Anfangsjahren des Jahrtausends; die jüngste der vier Bühnen hat knapp zehn Jahre auf dem Buckel. In der Zwischenzeit hat sich viel getan, technologisch. Außerdem: „Der Wettbewerb schläft ja nicht“, wie Kulawik bemerkt. Von den Jumbos mit ihren Arbeitshöhen zwischen 45 und 70 Metern hat der Krefelder Hersteller über 350 Stück weltweit verkauft. „Das war unser Durchbruch in der ganzen Welt.“ Schnitt.
Das Plus an Arbeitsbereich ist hier dunkelrot hinterlegt

Flackernde Bilder, wildes Ein- und Auszoomen, schnelle Schnitte, stampfende Beats, wobbelnde Synthiebässe – ist das die neue Generation? Der Imagefilm gibt einen Vorgeschmack auf die „Next Generation“, die Jumbo-Klasse NX. Den Anfang macht die 48-Meter-Bühne P480. Auf einem 2-Achs-Fahrgestell. Mit 18 Tonnen Gesamtgewicht. Sie ist damit die höchste Arbeitsbühne auf einem 2-Achs-Chassis und erzielt bärenstarke 31,5 Meter Reichweite.

Und dies verdankt sie unter anderem ihrem ungewohnt langen Korbarm, der sich mindestens auf extreme 17 Meter ausziehen lässt; je nach Betrachtungsweise sogar auf 18,25 Meter. Mit diesem sogenannten „X-Jib“ kommt eine echte Innovation: ein automatisch gesteuerter zusätzlicher Korbarm mit einem Bewegungsradius von 240 Grad. Er lässt sich auch einzeln ansteuern für präzises Positionieren. Der Arbeitsbereich der Neuheit liegt bei 2 x 200 Grad – gegenüber 2 x 90, wie es sonst Standard ist. Damit lässt sich sogar bis 13,5 Meter unter Flur arbeiten, allerdings mit verringerter Korblast von 100 Kilo.

Eine Vielzahl von Neuerungen toppt das Ganze: allen voran 600 Kilogramm Korblast, beleuchteter Arbeitskorb mit Powerlift-Anbindung außen sowie erhöhte Stützen (über einen Meter hoch) mit integrierten LEDs. Statt einer Klappleiter führt eine Klapptreppe den Bediener am Chassis nach oben. „Wir nutzen jetzt die gesamte Fläche unterhalb der Aluabdeckplatte für Staukästen“, sagt Kulawik. So können bis zu 40 Standard-Hölzer mitgeführt werden, zehn für jede Stütze. „Ein Raumwunder“, entfährt es Kulawik. Die P480 bringt 17,4 Tonnen auf die Waage, und zwar inklusive zweier Fahrer und vollem Dieseltank. Macht 600 Kilogramm Nutzlastreserve.
Die Arbeitsdiagramme der zwei Versionen der P480 NX: links auf 18-Tonner, rechts auf 26-Tonner mit 3 Tonnen Ballastgewicht am Heck und kreisrundem Arbeitsdiagramm

Doch es geht noch weiter: Eine zweite Version, aufgebaut auf einem 3-Achs-Fahrgestell mit 23 Tonnen Gewicht, weist am Heck ein 3-Tonnen-Kontergewicht auf. Dafür bietet diese Version einen durchgehend kreisrunden Arbeitsbereich und eine Zulademöglichkeit von unglaublichen drei Tonnen.
Stephan Kulawik mit Produktmanagerin Susan Ruddiman

„Da freuen sich die Vermieter!“, ist sich Stephan Kulawik sicher. Und Produktmanagerin Susan Ruddiman ist überzeugt: „Die Anwendungsbereiche für LKW-Arbeitsbühnen entwickeln sich rasant. Durch unsere langjährige Erfahrung in der ‚Jumbo-Klasse‘ und durch die innovative Technik in der neuen P480 NX können wir uns an die Spitze dieser neuen Anwendungsprofile setzen.“
Die P480 NX; NX steht für „Next Generation“

Noch ein letzter Schwenk in die Halle auf dem Werksgelände in Krefeld: In sattem Blau steht da die erste P480 in den Farben von Collé, umringt von einer Reihe von Kunden. „Bitte fotografieren Sie keine Details“, bittet der Firmenchef. Er fürchtet, man könnte der Konkurrenz sonst zu viel verraten. Und die schläft ja bekanntlich nicht.

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