07.10.2013

Aus Verzweiflung Kran erklommen

Am Gärtnerplatz in der bayrischen Landeshauptstadt ist am Samstag ein Mann aus Syrien zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten auf einen Kran gekraxelt. Der verzweifelte Mann, der in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat, wusste sich nicht anders zu helfen, als das Baugerät zu erklimmern, um seiner Forderung, wie man so sagt, Nachdruck zu verleihen, seiner Familie in Kairo schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen.

Stundenlang hielt der Syrer die Einsatzkräfte und Passanten in Atem. Erneut drohte er damit, sich in den Tod zu stürzen. Bei Dauerregen und Kälte harrte der Mann insgesamt fünf Stunden auf dem Baukran aus. Immer wieder bewegt er sich an die Auslegerspitze, sodass Beobachter den Mann schon springen sahen... Bei der Witterung hätte er auch leicht ausrutschen können.

Die Feuerwehr platzierte zwei Sprungkissen unterhalb des Auslegers, während die Polizei den Verkehr rund um den Gärtnerplatz sperrte. Passanten hatten die Ordnungshelfer am Morgen gegen 9 Uhr alarmiert. Ebenso vor Ort waren ein Polizeipsychologe, ein Dolmetscher und eine Vertreterin des Bayerischen Flüchtlingsrats.

Schnell erkannten die Beamten den Mann wieder: Es war der 31-jährige Syrer, der bereits Anfang August eine ähnliche Aktion gestartet hatte. Damals hatte das SEK den Mann nach 17 Stunden vom Kran geholt.

Diesmal gelang es den rund 50 Einsatzkräften vor Ort, den Mann, der erst einmal keine Forderungen stellte, zum Aufgaben zu überreden. Kleiner Fortschritt: Er schmiss seinen Rucksack herunter und kletterte freiwillig hinab. Der verzweifelte Mann zitterte und weinte.

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