05.08.2013

Drama auf Kran in München

Auf einer Baustelle in München spielen sich derzeit dramatische Szenen ab: Ein Syrer ist dort auf einen Baukran geklettert und droht damit, in die Tiefe zu springen. Er ist den ganzen Ausleger entlanggekraxelt und befindet sich an dessen äußerstem Ende. Der 31-Jährige will damit Asyl für seine Familie in Deutschland einfordern. Derzeit befinden sich seine Frau und seine acht Kinder noch in Ägypten. Der Familienvater selbst lebt bereits seit einigen Wochen in Deutschland und hat Asyl beantragt.

Fotos der Münchner Abendzeitungzeigen den Mann in weißem T-Shirt, Jeans und Turnschuhen genau am Auslegerende hockend.

Um seine Forderung noch zu unterstreichen, hat der Syrer sich laut Polizei mit einer Rasierklinge mehrfach in die Brust geritzt. Sobald sich ihm jemand zu nähern versucht, schneidet er sich erneut mit der Klinge. Einmal hat sich der Ausleger leicht bewegt. Der Mann aus Syrien hatte die Polizei in Verdacht und begann daraufhin mit den Selbstverletzungen. Allerdings steckte nur ein Windstoß dahinter. Polizisten und Psychologen sind vor Ort, müssen sich allerdings per Dolmetscher mit dem Krankletterer verständigen, was das Ganze nicht vereinfacht.

Am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr bewegte sich der 31-Jährige immerhin zurück zur Krankabine. In der Zwischenzeit hatten die Polizisten ihm ein Handy nach oben kommen lassen, damit der Mann mit seinem Anwalt Kontakt aufnehmen kann. Rettungskräfte pirschten sich mit einer Bühne vorsichtig an den Krankletterer heran. Die Feuerwehr hatte zudem eine Sprungmatte ausgelegt. Mittlerweile haben die Einsatzkräfte beides jedoch wieder entfernt, heißt es. Nun hockt der verzweifelte Asylbewerber wieder auf dem Auslegerende, diesmal mit dem Rücken zum Abgrund.

Wie lange sich der Mann bereits auf dem Baugerät aufhält, ist unklar; mindestens viele, viele Stunden, und das bei großer Hitze. Etwas trinken wollte er nicht; das wurde ihm mehrfach angeboten.

Um 7 Uhr morgens hatten Bauarbeiter den Protestierer da oben entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Aktion hat laut Medien mittlerweile zu einem mittleren Verkehrschaos vor Ort geführt.

Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um ein optimales Benutzererlebnis zu gewährleisten. Mit dem Besuch dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen
OK