05.04.2013

Verhandlungsmarathon mit dicker Kröte beendet

Schnell ging es nicht, aber zu Ende gegangen ist der Verhandlungspoker trotzdem: Sage und schreibe 21 Stunden lang haben sich Vertreter von Arbeitgebebern und Arbeitnehmern am Verhandlungstisch gegenüber gesessen, bis sie sich auf eine Lohnerhöhung für die rund 750.000 Beschäftigten in der Baubranche einigen konnten.

Das Ergebnis sieht so aus: Beschäftigten in den alten Bundesländern erhalten ab 1. Mai 2013 3,2 Prozent mehr Lohn, ihre Kollegen aus den neuen Bundesländern 4 Prozent. In einem Jahr können die Beteiligten sich wieder einen ganzen Tag dick im Kalender markieren und blockieren: Dann läuft der jetzt beschlossene Vertrag aus...

„Aufgrund des Nullmonats im April und der Vertragsdauer von 13 Monaten ist die Lohnerhöhung für uns gerade noch vertretbar“, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, ZDB-Vizepräsident Frank Dupré. „Mit den weiteren Komponenten des erzielten Abschlusses hat uns die Gewerkschaft aber vieles abverlangt. Wir haben das Ergebnis daher nur schweren Herzens akzeptiert, um nach dem Stillstand der Baustellen im Winter nicht noch weitere Produktionsunterbrechungen zu provozieren.“
Frank Dupré

Sowohl der Weiterer Mindestlohn I als auch die Tariflöhne in Ost- und Westdeutschland sollen in den kommenden neun Jahren schrittweise angeglichen werden. „Allerdings ist die gleichzeitig vereinbarte Erhöhung des Mindestlohns II, der nur in den alten Bundesländern gilt, um vier mal 25 Cent auf 14,70 Euro zum 1. Januar 2017 eine dicke Kröte, die wir schlucken mussten“, sagte Dupré.

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