04.12.2012

Nicht lange gefackelt

Im Auftrag der BBL Lüneburg demontierte der Krandienstleister Lange im Rostocker Seehafen vier nicht mehr benötigte Lichtgittermasten am Gleisgelände der Deutschen Bahn. Für die sicherheitstechnisch anspruchsvollen Tandemhübe setzte das Unternehmen auf das Zusammenspiel eines 350-Tonnen-AT-Krans und und eines 80-Tonners als Hilfskran – und stach damit einen alternativ erwogenen Helikoptereinsatz aus.
Diesem Lichtmast geht es an den Kragen

Zum Abschluss der Modernisierung im Rostocker Seehafen waren die Gittermast-Flutlichtanlagen zur Ausleuchtung der Arbeitsbereiche überflüssig geworden. Weg damit, hieß es. Der Rückbau von vier Gittermasten entpuppte sich jedoch als besondere Herausforderung: Die 32 Meter hohen und sieben Tonnen schweren Masten mussten in einem Stück über das rund 60 Meter breite Gleisbett gehoben werden – und das in einem sehr engen Zeitfenster, da der Bahnverkehr nur so kurzzeitig wie möglich unterbrochen werden durfte.

„Als optimales Einsatzgerät für diesen Hub erwies sich unser Terex AC 350/6, von dem wir aus Erfahrung wissen, dass er selbst im Lastgrenzbereich zuverlässig und präzise arbeitet“, erklärt Projektleiter Steffen Zimpel. Für diesen Einsatz musste der Kran vier Mal den Standort auf der Baustelle wechseln und drei Mal umgerüstet werden. „Trotz dieses unvermeidlichen Aufwands konnten wie unserem Kunden mit dem AC 350/6 und dem AC 80 als Hilfskran diesen Auftrag mit einem Kostenvorteil von annähernd 40 Prozent gegenüber dem alternativ erwogenen Einsatz eines Hubschraubers anbieten“, berichtet Jens Sack von der Disposition beim Krandienst Lange.

Zusammenspiel eines Terex AC350/6 und eines Terex AC 80 als Hilfskran

Mit ausschlaggebend für das konkurrenzfähige Angebot war auch die Tatsache, dass beide Krane in Begleitung eines BF-3-Fahrzeugs selbst zur Baustelle fuhren und lediglich zwei Ballast-LKWs und drei LKWs für den Transport der benötigten Gitterteile erforderlich waren. In knapp sechs Stunden hatte das vierköpfige Lange-Team den AC 350/6 aufgebaut und einsatzbereit konfiguriert: Mit einer ausgefahrenen Hauptauslegerlänge von 22,7 Metern und einer 60-Meter-Wippe erreichte der mit 116,7 Tonnen ballastierte Kran den erforderlichen Arbeitsradius von 63 Metern.

Zunächst befestigte ein Mitarbeiter in 32 Meter Höhe das Anschlagmaterial des AC 350/6 am oberen Ende des Gittermasts, und Kranführer Michael Berger setzte durch feinfühliges Anheben den Mast unter eine leichte Vorspannung. Anschließend lösten die Monteure den Mast mit Schneidbrennern vom Fundament. „Das war der gefährlichste Moment: Bei zu geringer oder zu großer Vorspannung hätte der Mast unkontrolliert wegrutschen oder ausschlagen können und so das Leben der Monteure in Gefahr gebracht“, berichtet Zimpel.
Nun wird die Verbindung gekappt: mit Schneidbrennern lösen die Monteure den Mast vom Fundament

Und natürlich war auch die Wetterlage zu berücksichtigen – am ersten Tag musste der Einsatz noch wegen eines heftigen Gewitters abgebrochen werden. Tags darauf war die Wetterlage stabil genug, um die Hübe in Angriff nehmen zu können.

Nachdem der Mast vom Fundament gelöst war, hob der AC 350/6 ihn an und schwenkte ihn im Radius von 63 Metern frei über die Gleise hinweg zu einer Freifläche auf der gegenüberliegenden Seite des Bahndamms. Dort stand der mit 18 Tonnen voll ballastierte und mit seinem um 50 Meter voll ausgefahrenen Hauptausleger AC 80 bereit.
Langsam wird der Mast nun angehoben

An ihm befestigten die Lange-Mitarbeiter das untere Ende des Gittermastes, so dass der AC 350/6 im Tandem mit dem AC 80 den Mast in waagerechter Position unversehrt ablegen konnte. Diesen Vorgang wiederholte das Team viermal und benötigte dazu jeweils gerade einmal anderthalb bis zwei Stunden – für alle Arbeitsschritte vom Anschlagen des Masts am AC350/6 bis zum gemeinsamen Ablegen mit dem AC 80. So konnte das gesamte Projekt trotz der eintägigen Verzögerung in dreieinhalb Tagen erfolgreich durchgeführt werden.
Der AC 350/6 schwenkt den Mast im Radius von 63 Metern frei über die Gleise hinweg zu einer Freifläche auf der anderen Seite


Krandienst Lange
Die Krandienst Lange GmbH wurde 1997 in Grimmen/Mecklenburg-Vorpommern mit einem kleinen Team von drei Mitarbeitern gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen insgesamt 66 Mitarbeiter in den Niederlassungen Grimmen, Rostock und Lubmin. Das Leistungsspektrum umfasst Kranarbeiten sowie Transportdienste inklusive B-3-Begleitung und Genehmigungsservice für Groß- und Schwertransporte. Zum Fuhrpark des Unternehmens gehören unter anderem zehn moderne Terex-Krane mit Traglasten bis 500 Tonnen.
Geschafft!

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