28.11.2012

„Damit hat vorher niemand gerechnet“

„Wir sind immer wieder erstaunt, an welchen Stellen uns die Telematik helfen kann.“ Evelyn Dorn muss noch heute ein bisschen schmunzeln, wenn sie an den jüngsten Vorfall zurückdenkt. Zusammen mit ihrem Mann Alexander betreibt sie im österreichischen Lauterach die Dorn Lift GmbH. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Vermietung, dem Verkauf und dem technischen Service von Arbeitsbühnen. Rund 100 Mietgeräte haben die Vorarlberger zur Zeit im Einsatz.
„Damit hat vorher niemand gerechnet“ Das Telematik-System von Dreyer + Timm liefert Daten auch zu ungewöhnlichen Ereignissen „Wir sind immer wieder erstaunt, an welchen Stellen uns die Telematik helfen kann.“ Evelyn Dorn muss noch heute ein bisschen schmu

Die Maschinen sind seit Anfang diesen Jahres mit der Scombox der Firma Dreyer + Timm aus dem norddeutschen Fintel ausgestattet. Die kleine Box überträgt die Daten aus der Arbeitsbühne per GSM/GPSR an das Internetportal Scomview. Doch was war passiert?
Ein kleiner Aufwand, der sich lohnt: In rund 100 Mietgeräte haben die Vorarlberger die Telematik-Einheit von Dreyer + Timm eingebaut

„Eigentlich hatten wir die Telematik angeschafft, um einen besseren Überblick über unseren Maschinenpark zu bekommen, die Betriebsstunden einfacher zu erfassen und im Falle von Defekten Hilfe bei der Diagnosestellung zu erhalten“, sagt Evelyn Dorn. Jetzt half das System bei einem ganz anderen Problem: Ein Kunde hatte sich bei der Firma Dorn gemeldet, weil an der gemieteten Arbeitsbühne ein defekter Hydraulikschlauch entdeckt wurde. Dadurch verlor die Maschine Öl und verunreinigte die Baustelle. „Wir sagten diesem Kunden am Telefon, er solle die Maschine nicht mehr weiterbedienen. Wir würden sofort einen Techniker schicken, denn in solchen Fällen reagieren wir ganz schnell. Das hat bei uns oberste Priorität“, erläutert Dorn.
Die Dorn Lift GmbH versorgt ein Gebiet, das sich über die Region Vorarlberg in Österreich und die Ostschweiz bis Liechtenstein und Süddeutschland erstreckt.

Der Techniker brachte die Arbeitsbühne zurück zur Firma und reparierte sie dort. In der Zwischenzeit hatte der Kunde der Bauleitung den Schaden gemeldet. „Er war viel größer, als wir ursprünglich angenommen hatten“, erinnert sich die Dorn-Lift-Geschäftsführerin. Die Bauleitung kündigte an, den Schaden mit der Miete für die Arbeitsbühne verrechnen zu wollen.
Das Internetportal Scomview liefert wichtige Informationen rund um die Hebebühnen auf einen Blick.

Doch das Dorn-Team machte sich daran, den Fall von seiner Seite aus zu rekonstruieren. Es verglich die Positionsdaten aus der Scombox der Arbeitsbühne mit den dazu gelieferten Zeitangaben und stellte fest, dass die Maschine noch nach dem Anruf des Kunden bewegt worden war. „Wir konnten auch genau nachvollziehen, welche Bewegungen sie gemacht hatte“, sagt Dorn. „So konnten wir genau belegen, für welchen Schaden auf der Baustelle wir verantwortlich waren und ab wann es die Verantwortung des Kunden war, der die Maschine gegen unsere Absprachen noch bewegt hatte.“

Immer wieder mal passieren unvorhergesehene Zwischenfälle. „Und dann kommen wir erst im Nachhinein drauf, was die Scombox noch alles kann“, sagt Dorn. In einem anderen Fall war ein Kunde mit einer Dorn-Maschine unachtsam gegen eine Unterführung gefahren, weil er die Höhenwarnung ignoriert hatte. Er meldete nach dem Eintreffen auf der Baustelle, dass das Gerät defekt sei. „Mit Hilfe der Scombox haben wir die Transportroute nachvollzogen und festgestellt, dass sie durch eine Unterführung verlief. Wir konnten auch genau sagen, zu welcher Zeit die Maschine diesen Punkt passiert hatte. Das passte mit den Fahrtzeiten jenes Kunden genau zusammen“, erinnert sich Dorn.

Auch kleinere Begebenheiten kommen vor: So hat einmal ein Kunde angerufen und den Vermieter informiert, dass eine gemietete Maschine defekt sei. Er gab an, dass sie vier Stunden nicht gearbeitet hätte. „Mit Hilfe der gesammelten Daten ließ sich nachweisen, dass es nur zwei Stunden gewesen waren“, berichtet Dorn. Sie ist froh, dass solche Begebenheiten die Ausnahme sind. Meist verlaufe die Arbeit mit den hundert Mietgeräten reibungslos.

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