30.08.2012

Mit Yacht in den Kanal gekracht

Bergung in Bückeburg: Statt ein Boot ans Land zu heben, musste ein 25-Tonnen-Autokran selbst aus dem Wasser gehievt werden. Beim Versuch, eine 8,5 Tonnen schwere Yacht anzuheben, kippte der Kran und stürzte mit dem Ausleger voraus auf das Segelboot.
Die Yacht wurde ramponiert, als der 25-Tonnen-Kran sich auf sie legte

Der 47-jährige Kranfahrer stürzte zunächst mit dem Kran ins Wasser, konnte sich jedoch glücklicherweise nach Zurufen der Bootseigentümer selbstständig in Sicherheit bringen. Dem Kranführer gelang es sogar, noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr einen Öltank aus dem Wasser zu bergen. Der Kran war noch durch die Hebegurte mit dem Boot verbunden und versank so langsam vollständig im Kanal.
Die beiden Autokrane zur Bergung treffen ein

Der Unfall ereignete sich am Dienstagnachmittag, die Bergungsarbeiten dauerten bis tief in die Nacht hinein. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Der Unfallkran musste erst einmal aufwändig geortet werden und dann durch Taucher mit Hebegurten versehen werden

Die Feuerwehr orderte zwei 130-Tonnen-Krane mit Begleitfahrzeugen. Bevor allerdings mit der Bergung des Krans begonnen wurde, musste zunächst ein Sonar des Wasserschifffahrtamtes eingesetzt werden, um die Lage des Krans unter Wasser zu ermitteln. Es zeigte sich, dass der Kran seitlich und parallel zur Wasserkante im Kanal lag. Der Ausleger war aufgerichtet, sodass dieser in die Mitte des Kanals zeigte.
Spät am Abend konnte der Kran dann Stück für Stück angehoben werden

Im nächsten Schritt wurden die Bergungskrane aufgerüstet und in dem räumlich begrenzten Bereich in Stellung gebracht. Die Tauchergruppe stimmte sich anschließend mit dem Bergungsunternehmen ab, wie man Befestigungspunkte am verunfallten Kran schaffen könnte, sodass dieser aus der schwierigen Lage gehoben und im Hafen abgestellt werden kann.
Viel Handarbeit und Erfahrung waren hierfür nötig

Die Befestigungsmaßnahmen gestalteten sich als sehr schwierig. Dass die Einsatzstelle auf Grund der Dunkelheit ausgeleuchtet werden musste, war dabei noch das Geringste. Die Taucher kämpften vor allem gegen die Nullsicht unter Wasser, waren körperlich am Ende und mussten nach langen Tauchgängen regelmäßig gewechselt werden.
Die Bergung dauerte viele Stunden und war erst in der Nacht abgeschlossen

Die nächste Schwierigkeit bestand darin, dass es nur sehr langsam und mit technischem Gerät gelang, die schweren Hebeketten unter dem im Schlick steckenden Unfallkran durchzuführen. Auch hier musste stetig auf die Sicherheit der Taucher geachtet werden, da das Verhalten des Unfallkrans unter Wasser nicht vorhersehbar war. Nach intensiver Arbeit gelang es der Feuerwehr Bückeburg, einen ersten Festpunkt zu schaffen.
Rund hundert Einsatzkräfte waren mit von der Partie

Im Anschluss konnte der Unfallkran durch den ersten Kran angehoben werden. Stück für Stück und in vielen Etappen konnten beide Krane den Unfallkran anheben. Da keine idealen Festpunkte vorhanden waren, mussten die Ketten und Befestigungsschlingen regelmäßig umgesetzt werden. Hier war viel Handarbeit und Erfahrung des Bergungsunternehmens gefragt.
Beim Herausziehen des Krans stellte sich heraus, wie arg der Schlamm der Maschine zugesetzt hatte

Gegen 1.30 Uhr befand sich der Unfallkran schließlich wieder auf seinen eigenen drei Achsen an Land. Hier zeigten sich erhebliche Beschädigungen und die enorme Mengen an Schlamm, die sich am gesamten Fahrzeug festgesetzt hatte. Am Kran entstand Totalschaden.
Bei Tage besehen: Totalschaden...

Der gesamte Einsatz dauerte bis 3 Uhr nachts. Daran waren an die 100 Einsatzkräfte beteiligt. Zum Unfallhergang hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Der Einsatz erzeugte so viel Aufsehen, dass Schaulustige das Einsatzgeschehen von der anderen Seite des Mittellandkanals verfolgten und verschiedene Medien vor Ort vertreten waren. Zur Unfallursache hieß es, dass möglicherweise ein Hydraulikschlauch geplatzt sei, als das Boot angehoben wurde.

(Bilder: Feuerwehr Bückeburg)

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