21.05.2012

Ins Dach gebohrt

Im Heidelberger Stadtteil Eppelheim ist am Samstagvormittag ein Baukran umgestürzt und ins Nachbarhaus gekracht, wie die Polizei mitteilt. Das Wichtigste: Verletzt wurde niemand.

Aus bislang unbekannten Gründen ist der Turmdrehkran umgestürzt und mit dem Ausleger in ein benachbartes Haus gekracht. Der Kran war zwischen zwei Mehrfamilienhäusern im Rohbauzustand platziert. Während der Turm an einem der beiden Rohbauten im Firstbereich hängen blieb, bohrte sich der Ausleger in ein einstöckiges, bungalowähnliches Einfamilienhaus auf dem Nachbargrundstück.

„Auf einmal hat es einen Knall getan, wie bei einem Erdbeben“, schilderte eine Bewohnerin den Unfall gegenüber Medien. Die 78-Jährige hatte das sprichwörtliche Glück im Unglück: Sie war kurz zuvor in die Küche ihres Hauses gegangen – dem einzigen Raum, der nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dachboden, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Flur wurden verwüstet. Das Haus ist offensichtlich ein Fall für die Abrissbirne.

Nach den ersten Erkenntnissen der Ermittler hatte ein Kranführer mit einem Steuergerät den Kran vom Boden aus navigiert und Stahlmatten anheben wollen. Dabei hatte der Kran laut Polizeibericht offenbar „Übergewicht“ bekommen und war umgestürzt.

Der Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf insgesamt rund 300.000 Euro. Das Einfamilienhaus ist unbewohnbar und muss abgestützt werden, da es einzustürzen droht. Die Bewohnerinnen sind bei Verwandten untergekommen.

Um den Kran und den Ausleger zu sichern und ein weiteres Abrutschen zu verhindern, mussten mit zwei tonnenschweren Fahrzeugkranen Turm und Ausleger zunächst fixiert und dann (voneinander getrennt) abgelegt werden. Die Baustelle, der Kran sowie das Einfamilienhaus wurden beschlagnahmt.

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