21.05.2012

Kundentage in Wilhelmshaven

Das Grove-Werk in Wilhelmshaven im Mai 2012 anlässlich der Kundentage

3-in-1: Manitowoc veranstaltet quasi drei Events in einem - Kundentage, Qualitätstage, Tag der Offenen Tür. Egal wie man es nennt, Manitowoc hatte 250 Gäste zu Grove nach Wilhelmshaven geladen, um die jüngsten Qualitätsverbesserungen vorzustellen. Manitowoc schließlich beließ es bei der Bezeichnung besonderer Kundentag. Bei – für friesische Verhältnisse – schwül-warmem Wetter um die 19 Grad und auch mal ein paar küstentypischen Regentropfen wurde allerhand geboten.
Aufgebockt: der GMK6300L

Aus eins mach drei: Wer vergangenen Sommer in Wilhelmshaven zu Gast war, durfte sich verwundert die Augen reiben. Wo kürzlich noch Krane in einer Art Fertigungsstraße gebaut wurden, ist die Arbeit nun in drei „Werke“ unterteilt. „Jede Wertschöpfungskette sehen wir als eigenes Werk an, zum Beispiel jede der drei Komponenten: Oberwagen, Unterwagen und Ausleger“, erläutert Thomas Steuer, Vice President Operations für die Sparte Mobilkrane und zugleich Geschäftsführer der Manitowoc Crane Group Germany GmbH. Denn die Taktung für Ober- und Unterwagen ist nicht dieselbe; also die Zeit, in der jeweils ein solcher fertiggestellt wird.
Thomas Steuer bei der Werksführung

„Wir möchten unseren Kunden gegenüber offen und transparent auftreten und nicht nur über unsere Verbesserungen reden, sondern den Besuchern auch zeigen, wie diese Verbesserungen mit unserem engagiertem Team realisiert werden und auf welche Punkte wir besonderen Wert legen“, so Steuer. „Die Verbesserung der Qualität ist einer dieser Punkte. Wir analysieren das Feedback genau, das wir über jeden ausgelieferten Kran erhalten, und diese Informationen helfen uns, ständige Verbesserungen in unsere Produkte einfließen zu lassen.“
Jens Ennen (l.) und Thomas Steuer (2.v.l.) erläutern die Abläufe im Werk

In Wilhelmshaven hat Manitowoc im Laufe der letzten Jahre große Anstrengungen unternommen, um alle Aspekte der Kranproduktion zu verbessern. Die Qualitätsverbesserungen reichen von Konstruktion und Einkauf über technische Dienstleistungen bis hin zu Schulung und Auslieferung.
Blick nach oben gerichtet: unter dem Unterwagen des 6300L

Erich Nitzsche, Direktor Qualität in den EMEA-Ländern, skizziert das globale Konzept „Focus“ und seine Stärken von der Organisation über die Kundenorientierung bis hin zum Lieferantenmanagement. Da gab es einiges zu tun, gesteht Nitzsche ein: „Der Schwerpunkt lag unter anderem darauf, elektronische Probleme zu eliminieren und Korrosion zu bekämpfen.“ Der 6300L war der erste, der mit der neuen Qualitätsoffensive von Manitowoc Cranes gefertigt worden ist – und ist mittlerweile einer der Bestseller. Dennoch gibt Thomas Steuer lachend zu bedenken: „Wir sind noch nicht im Nirwana der Qualität.“
Erich Nitzsche erläutert Besuchern in der Ausstellung zum Thema Qualität, welchen Bauteilen der Hersteller verstärkt Aufmerksamkeit widmet

Eine der Leitlinien des Unternehmens ist die Umstellung der Produktion nach Lean-Konzepten (Englisch für schmal, schlank). Durch die konsequente Anwendung von Lean-Methoden konnten die Antwortzeiten der Lieferkette verbessert werden, die Anzahl der Komponenten an der Fertigungsstraße wurden erheblich verringert und somit die Effizienz des Werkes enorm gesteigert, so Manitowoc. Auch wurden die Durchlaufzeiten reduziert, die Produktionsbestände auf ein Minimum heruntergefahren und die Lieferzeiten erheblich gesteigert. Diese und andere Verbesserungen wurden den Besuchern bei einer Werksführung im Detail erläutert.
Focus heißt das Konzept dahinter

„Unser jüngstes Baby“, so Executive Vice President EMEA Philippe Cohet, „ist der GMK6400, einer der stärksten Krane im Markt.“ Nach seiner Vorstellung auf der bauma 2010 ist der 400-Tonner auf sechs Achsen nun fertig. „Wir hoffen, dass wir einige davon in Europa verkaufen können“, sagt Klaus Kroeppel, Vice President Sales Mitteleuropa. Und Unternehmens-Chef Eric Etchart bringt es so auf den Punkt: „Wir wollen Klassenbester mit unseren Produkten sein.“
Der GMK6400 stand natürlich auch im Fokus

Eindrucksvoll untermauerte das der Mobilkran, indem er einen 60 Tonnen schweren Artgenossen auf fünf Achsen inklusive Rüstgeschirr mit voll austeleskopiertem Ausleger und Abspannung hob. Ein zweiter GMK6400 war mit 79-Meter-Wippspitze, 55-Meter-Hauptausleger und dem Anbaugerät „Mega-Wing-Lift“ zu sehen.
Er hob schließlich einen 60 Tonnen schweren 5-Achser vom Typ GMK5165-2

Eindrucksvoll waren auch die Exponate einer Ausstellung zum Thema Qualität: Hier hatte Manitowoc alle Kran-Komponenten, die bereits überarbeitet oder geändert worden sind, in einem Vorher/Nachher gegenübergestellt.
Der hing dann lässig in den Seilen

Zugleich gab es weiteres zu feiern: Der GMK6400 geht nun in Serienproduktion und die Auslieferung der ersten Maschinen an Kunden in Deutschland, USA, Italien und Frankreich ist im Verlauf dieses Jahres vorgesehen. Zugleich konnte Manitowoc Zehnjähriges in Wilhelmshaven feiern: Seit 10 Jahren ist das US-Unternehmen bei Grove an Bord.
Über 250 Gäste aus vielen Ländern waren da: aus den Benelux-Staaten und Skandinavien ebenso wie aus Kanada oder sogar Australien

Hintergrund
Das Werk in Wilhelmshaven produziert 12 Grove-AT-Krane in mehreren Varianten, vom vierachsigen GMK4080-1 bis hin zum siebenachsigen GMK7450. Der GTK1100 wird in einer eigenen Produktionshalle hergestellt. Wilhelmshaven steuert zudem auch die Fertigungsabläufe in Niella Tanaro, Italien, wo zwei- und dreiachsige Grove-GMK-Krane produziert werden. Die Konstruktion dieser Modelle erfolgt ebenfalls in Wilhelmshaven.

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