16.03.2012

Kontinuität oder nicht?

Im Auftrag der Deutschen Bank und des Spezialdienstleisters Zöller Transport setzte der Krandienstleister M.S. Kranservice in Frankfurt am Main mit einem Terex AC 500-2 die 66 Tonnen schwere Skulptur „Kontinuität“ von Max Bill auf drei Betonsockel, die in einem trapezförmigen Wasserbecken platziert sind.
22 Jahre lang stand die Skulptur direkt vor den Zwillingstürmen

Die Skulptur von Max Bill samt ihrer Vorstufen hatte bereits eine lange Reise erlebt, bevor sie im September 1986 erstmals vor der Deutschen Bank in Frankfurt aufgestellt wurde: Als 300-Tonnen-Granitblock aus einem Steinbruch in Sardinien gebrochen, wurde dieser für die Bearbeitung auf ein Transportgewicht von 180 Tonnen zugeschnitten, nach Carrara verschifft und dort vom Künstler als Endlosschleife aus dem vollen Granit herausgearbeitet.

Nach der Fertigstellung 1986 wurde der markante Monolith per Schiff nach Rotterdam transportiert, auf ein Binnenschiff umgeladen und nach Frankfurt verschifft. Die letzten Kilometer ging es damals auf einem Tieflader durch Frankfurt zur Aufstellung vor der Deutschen Bank. Dort war sie 22 Jahre lang beliebtes Fotomotiv für Touristen – bis zum Jahr 2008.
„Mit einem Gewicht von 66 Tonnen, einer Grundfläche von gut vier mal fünf Metern sowie einer Höhe von sechs Metern war die Last zumindest technisch gesehen keine besondere Herausforderung“, sagt der Kranfahrer

Da wurde das Kunstwerk dann mit dem beginnenden Umbau des markanten Gebäudes – im Volksmund Soll und Haben genannt – durch die Firma Zöller Transport entlang der Taunusanlage erstmals umgesetzt. Im August 2011 wurde es an seinen endgültigen Bestimmungsort im Park der Deutschen Bank gebracht wurde, im Grunde genommen nur wenige Meter entfernt von ihrem früheren Standort.

Da die Skulptur besonders empfindlich ist, wurden mehrere Sensoren installiert, die alle Einwirkungen aufzeichneten. „Um eine Beschädigung auszuschließen, haben wir die wertvolle Skulptur für Transport und Hub durch eine aufwändige Traverse gesichert, die das Kunstwerk wie ein Stahlkäfig umhüllte. So haben wir die einwirkenden Kräfte gleichmäßig verteilt und gefährliche Belastungsspitzen vermieden“, erklärt Geschäftsführer Thomas Zöller.
Behutsam wird die Skulptur vom Terex AC 500/2 angehoben

Der Kranfahrer konnte den Hub routiniert mit einer Ausladung von 18 Metern und 160 Tonnen Ballast bei voll ausgefahrener Abstützung in nur zehn Minuten sicher durchführen und die Skulptur nach einem kurzen Schwenk auf den drei Betonsockeln millimetergenau absetzen – und zwar so sanft, dass keinerlei Schäden entstanden.

Kontinuität trifft es übrigens auch in einem anderen Sinn ganz gut: Der eingesetzte AC 500-2 war das 200. Modell, das das Werk in Zweibrücken verlassen hat.
Übergabe des AC 500/2 an M.S. Kranservice

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