12.01.2012

IPAF startet Unfalldatenbank für Hubarbeitsbühnen

Die International Powered Access Federation (IPAF) hat ein Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen weltweit systematisch Daten über Unfälle mit Hubarbeitsbühnen gesammelt werden. Das Ziel des Verbandes ist es, die Sicherheit beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen zu erhöhen.

Hersteller, Vermieter, Bauunternehmer und alle anderen Anwender sollen Unfälle mit Hubarbeitsbühnen über ein Standardformular melden, das unter www.ipaf.org/accident erhältlich ist. In der ersten Phase bittet IPAF um Unfallberichte über alle bekannten schweren Unfälle und Unfälle mit Todesfolge, die sich in Großbritannien mit Hubarbeitsbühnen ereignet haben, sowie Berichte über tödliche Unfälle mit Hubarbeitsbühnen aus der ganzen Welt.

„Ich begrüße und unterstütze die Aktivitäten Ihrer Branche, eigene Daten zu erheben und auszuwerten“, schrieb die Chefinspekteurin bei der britischen Arbeitsschutzbehörde (HSE) Joy Jones in einem offenen Brief an IPAF-Mitglieder. „Die Erfassung von Unfalldaten zum Zwecke der Erkennung von Entwicklungstendenzen und der Einleitung spezifischer Gegenmaßnahmen ist ein bisher ungelöstes Problem. Unternehmen zögern oft damit, eigene Unfalldaten weiterzugeben. Doch meiner Meinung nach steigert es die Reputation eines Interessenverbands, wenn dieser seine Aktivitäten an konkreten Belegen und deren Auswertung ausrichtet.“

„Dieses Projekt ermöglicht es IPAF, eine umfassende Bestandsaufnahme aller bekannten Unfälle mit Hubarbeitsbühnen zu erstellen und an einem Ort und in einem Format zur Verfügung zu stellen. So etwas gibt es bis jetzt noch nicht“, sagt IPAF Technical Officer Chris Wraith. „Anhand der gesammelten Daten kann IPAF Analysen durchführen und nach gemeinsamen Tendenzen suchen, um dann konkrete Vorschläge für Gegenmaßnahmen zu machen, die den sicheren Einsatz von Arbeitsbühnen weltweit noch gezielter fördert.“

„Mobile Hubarbeitsbühnen sind eine der sichersten und effizientesten Methoden für den Zugang zu hoch liegenden Arbeitsplätzen“, sagt IPAF-Geschäftsführer Tim Whiteman. „Unfälle mit Hubarbeitsbühnen sind meist spektakulär und sorgen für Schlagzeilen. Tatsächlich aber sind mobile Hubarbeitsbühnen nur bei einem geringen Prozentsatz aller Unfälle in Zusammenhang mit Höhenarbeiten beteiligt. Unser Projekt soll diesen Erfahrungswert mit konkreten Daten untermauern und weitere Sicherheitsinitiativen noch wirksamer machen.“

Die Baubranche verzeichnet statistisch besonders viele Arbeitsunfälle mit Todesfolge. In Großbritannien ereigneten sich nach Angaben der britischen Arbeitsschutzbehörde 2010/2011 beispielsweise 171 tödliche Arbeitsunfälle, von denen 50 der Baubranche zuzurechnen waren. Unter den schweren erfassten nicht-tödlichen Unfällen gehen die meisten auf Ausrutschen oder Stolpern (40 Prozent) sowie auf Stürze aus der Höhe (16 Prozent) zurück. Weitere Einzelheiten zu den genaueren Umständen bei Unfällen durch Stürze aus der Höhe sind nicht bekannt. Dies ist einer der Aspekte, den die IPAF-Initiative konkreter beleuchten soll.

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