02.12.2011

Tiefgehende Neuerungen

Mit der aktiven Seegangsfolge (Active Heave Compensation, kurz AHC) und der Tiefseewinde präsentiert Liebherr zwei Neuheiten speziell für Tiefseehübe und Unterwasserhebearbeiten sowie für allgemeine Offshore-Kraneinsätze.

Traditionelle AHC-Systeme, die Bewegungen mit hydraulischen Zylindern ausgleichen, haben eine hohe Seilabnutzung und ein zusätzliches Risiko, dass das System blockiert wird, beschreibt Liebherr die Ausgangslage. Die neu entwickelte Tiefseewinde verfügt über neuartige, seilschonende Wickelmechanismen und hat einen Seilzug von 270 Tonnen bei einfacher Einscherung. Das innovative Windenkonzept bewirke demnach eine deutliche Erhöhung der Seillebensdauer und eine beachtliche Senkung der Betriebskosten.
So soll der Liebherr CAL 64000 1500 Litronic aufgebaut aussehen

Aktive Seegangsfolge – Was verbirgt sich dahinter?
Das AHC-System ist in die bewährte Litronic-Steuerung integriert. Die von Liebherr eigens entwickelte MRU (Motion Reference Unit) ist Teil dieses Steuerungssystems und misst die Bewegungen des Schiffs. Der Sensor im Kran analysiert und berechnet die Wellenbewegungen am Auslegerkopf und bewirkt einen Ausgleich der Geschwindigkeit, der Beschleunigung und des Weges über die Winde. Es kann für Offshorekrane der Baureihe BOS ab dem Typ BOS 7500 angepasst werden.

Die benötigte Leistung im AHC-Betrieb wird zu 40 Prozent über aktive Leistung aus primärer Energie und zu 60 Prozent über passive Leistung – Liebherrs Hybrid-Innovation Pactronic – gewonnen (Vertikal.Net berichtete). Das System wurde eigens für die AHC bei Tiefseekranen adaptiert.

Ein Problem: Das AHC-System sollte in der Entwicklung getestet werden. Doch wie macht man das? Tests direkt auf einem Schiff sind schwierig, teuer und riskant. Deshalb hat Liebherr einen Prüfstand entwickelt, der eine 3D-Simulation der Bedingungen auf See ermöglicht.
Der Liebherr-Tiefseekran RL-K 7500

RL-K 7500 – Neuer Kran für Tiefseeeinsatz
Das AHC-System wurde erstmalig im Tiefseekran RL-K 7500 integriert. Dieser von Liebherr entwickelte Tiefseekran mit Knickgelenkausleger für Unterwasserarbeiten verfügt über eine aktive Seegangsfolge und kann bis zu 270 Tonnen über Wasser heben und eine Last bis in eine Tiefe von 3000 Metern ablassen.

Als Schwerlastkran (ohne Tiefseefunktionalität) ist das Heben von Lasten bis zu 300 Tonnen möglich. Eine stufenlose Auslegerkonfiguration erlaubt Ausladungen von 35 bis 50 Metern. Die Vorteile des Knickgelenkauslegers liegen darin, dass die Last mit geringer Seillänge zur Wasseroberfläche abgelassen werden kann. Derr RL-K kann auch so nachgerüstet werden, dass er allgemeine Offshore-Aufgaben meistert.

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