27.04.2011

Schweigeminute für verunglückte Bauarbeiter

Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz: Anlässlich des so genannten Workers‘ Memorial Day ruft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am 28. April 2011 alle Bauarbeiter zu einer Schweigeminute auf. Um 12 Uhr soll die Arbeit bundesweit auf allen Baustellen für eine Minute ruhen, um der vielen tödlich verunglückten Bauarbeiter zu gedenken.

„Die Arbeit am Bau fordert auch im 21. Jahrhundert immer noch viel zu viele Todesopfer“, stellte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers fest. „Die Tendenz zu tödlich endenden Unfällen ist wieder steigend. Das ist ein allarmierendes Signal an alle Bauherren und Arbeitgeber, mehr für die Sicherheit der Beschäftigten zu leisten. Kostendruck und Terminstress dürfen nicht zulasten der Gesundheit oder sogar des Lebens von Bauarbeitern gehen“, betonte er.

Arbeiter am Bau sind besonders gefährdet: In der Branche kommt es zu doppelt so vielen Unfällen wie im Durchschnitt. Einen traurigen Spitzenplatz nehmen die Beschäftigten zudem bei Arbeitsunfähigkeit und Berufskrankheiten ein. Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Asbestose führen zu den jüngsten Erwerbsunfähigkeitsrentnern. „Die Menschen vom Bau schaffen mit ihrer Arbeit bleibende Werte für die ganze Gesellschaft. Sie haben bessere Arbeitsbedingungen verdient“, sagte Schäfers.

Mehr Tote
Im vergangenen Jahr endeten gut ein Drittel mehr Unfälle tödlich als 2009. Die Zahl der Todesopfer stieg insgesamt von 114 auf 147. Mit rund 61 Prozent starb die weit überwiegende Mehrzahl der Verunglückten nach Unfällen während ihrer Arbeit auf dem Bau. Ein steigendes Risiko gehen Bauarbeiter auch auf den oft langen Fahrten zur Baustelle ein. Die Zahl der Todesopfer bei Wegeunfällen stieg um ein Siebtel von 35 im Jahr 2009 auf 42 im vergangenen Jahr.

In der Landwirtschaft sank die Zahl der tödlichen Unfälle leicht von 210 in 2009 auf 204 im Jahr 2010.

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