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Sechs Windmühlen in acht Tagen

22. Februar 2010 | Kommentare (0)

Ein 600-Tonnen-Schwerlastkran mit einem Raupenfahrwerk von nur 5,80 Meter Breite, das ist die Schmalspurversion des LR 1600/2 mit dem Zusatz "W". Wie Windkraft. Dieser neue Liebherr-Raupenkran stellt nun erstmals in der Praxis seine Fähigkeiten unter Beweis, und zwar im ungarischen Kisigmand, eine Autostunde westlich der Hauptstadt Budapest und unweit der Landesgrenze zur Slowakei.


Liebherr LR1600/2-W
Der LR1600/2-W im Einsatz in Ungarn

Dort stellen die Mitarbeiter des rumänischen Kranbetreibers Deme Macarale zusammen mit einem Montage-Trupp Windkraftanlagen des Herstellers Gamesa mit einer Leistung von zwei Megawatt und einer Nabenhöhe von 100 Metern auf.

Durch die Möglichkeit, von einer fertig gestellten Anlage zur nächsten Baustelle zu verfahren, wird enorm Zeit eingespart, die normalerweise für Ab- und Aufbau des Krans sowie für dessen Transport benötigt wird, berichtet der Hersteller. Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu erreichen, wird der Gittermast bei maximalen Auslegerlängen gekürzt. Dann setzt sich der Kran mit 72 Meter langem Hauptausleger in Bewegung und das schwere Hebegerät wälzt sich auf schmalen Wegen zum nächsten Einsatzort.

„Wir haben teilweise Fahrwege von nur sieben Meter Breite“, erklärt Einsatz-Koordinator Bogdan Vâlceanu und schaut zufrieden auf seinen neuen Kran. „Als wir vor Weihnachten in großem Zeitdruck waren und ein Autokran jeweils die ersten drei der insgesamt fünf Turmsegmente vormontiert hatte, schafften wir in Doppelschicht sechs Anlagen in acht Tagen“, schwärmt der junge Rumäne. „Vom Ablassen des Hakens an der alten Baustelle bis zum Anschlagen des ersten Bauteils der nächsten Anlage brauchen wir so sieben, acht Stunden“, berichtet Vâlceanu.

Doch nicht nur das Umsetzen des Krans, auch die Montagen selbst gehen reibungslos vonstatten – zumindest was die Zuverlässigkeit des Krans anbelangt. „Der Kran ist hervorragend, wir haben keinerlei Probleme“, bringt Kranfahrer Sebastian Apostol das Arbeiten mit dem neuen Gerät auf den Punkt, während er seinen Blick nach oben richtet - auf das soeben gesetzte Maschinenhaus.

85 Tonnen Bruttogewicht hatte er eben noch am Haken, der schwerste Lastfall für seinen Kran bei diesem Einsatz. Die Nabe und die 44 Meter langen Flügel werden separat gezogen, weil der Platz auf der Baustelle für eine Montage des Flügelsterns am Boden nicht ausreicht.

Vor kurzem sind die Männer mit ihrem Raupenkran wieder abgerückt. Richtung Heimat. Nach einem Brückenhub im rumänischen Hinterland wartet an der Schwarzmeer-Küste die nächste Windpark-Baustelle auf sie.

Einsatz Liebherr LR1600/2-W (Rüstzustand SL3F)
- Hauptmast SL 102 m (max. 108 m)
- Feste Spitze F 12 m
- Drehbühnen-Ballast 190 t
- Max. Lastfall: 85 t bei 22 m Ausladung
- Abstützbasis 14 m x 14 m
Palfinger

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