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Quartett wippt zur Mondsichel – bis auf 200 Meter

4. Juli 2016 | Kommentare (0)

In Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, entsteht direkt am Kaspischen Meer seit Anfang 2015 ein neues architektonisches Wahrzeichen. Das Ganze nennt sich Stadtentwicklungsprojekt und hört auf einen möglichst wohlklingenden Namen, in dem Fall The Crescent Bay. Auf Deutsch klingt es auch ein bisschen nach Märchen: Die Mondsichel-Bucht.

Das vom südkoreanischen Architekturbüro Heerim Architects & Planners entworfene Bauprojekt umfasst drei Teile (Hotel, Einkaufszentrum & Wohnanlage sowie einen Büroturm). Der erste Teil, das Luxus-Hotel La Luna (schon wieder Mond) soll auf einer kleinen künstlichen Insel errichtet und 166 Meter hoch werden. In Anlehnung an den Halbmond auf der aserbaidschanischen Flagge wird das Hotel die Form einer nach unten geöffneten, senkrecht stehenden Sichel bekommen.

Neben dem Luxus-Hotel umfasst das Projekt ein rund 50.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum mit Innen- und Außenbereich, eine moderne Wohnanlage mit hundert Wohnungen und 20 Duplex-Reihenhäusern sowie ein Bürogebäude mit 38 Etagen.

Baku, Liebherr, The Crescent Bay
Vier Wipper aus Biberach ziehen in Baku den Wolkenkratzer-Komplex „The Crescent Bay“ hoch

Daran bauen bereits seit anderthalb Jahren vier Wippkrane von Liebherr. Diese weisen mehrere Besonderheiten auf. Erstens erreichen sie gewaltige Hakenhöhen von knapp 200 Metern. Zweitens sind es die ersten innenkletternden Krane in Aserbaidschan überhaupt. Und drittens war ihre Montage ungewöhnlich.

Die vier Verstellauslegerkrane können innerhalb des Gebäudes klettern und halten so den Raum am Boden für andere Baumaschinen frei. Sie klettern durch Aussparungen in den Geschossdecken, was das gesamte Klettersystem leicht zugänglich macht. Die entstandenen Freiräume werden wieder geschlossen, sobald der Kran an der entsprechenden Stelle vorbei geklettert ist.

Baku, Liebherr, The Crescent Bay
Die Krane erreichen dabei Hakenhöhen von 177 und 194 Metern

Die ersten Geschosse des Gebäudes waren zum Zeitpunkt der Kranmontage im April 2015 aber bereits fertiggestellt. Daher wurden alle vier Liebherr-Turmdrehkrane mit einem Raupenkran von oben direkt in die Umfassungsrahmen eingehängt.

Nun arbeiten zwei 280 HC-L 12/24 Litronic und zwei 542 HC-L 18/36 Litronic an dem Großprojekt. Die beiden 280 HC-L sind mit einer maximalen Hakenhöhe von 177 Metern, 35 Meter Ausladung, einer Tragfähigkeit von 11 Tonnen an der Spitze und einem 110 kW-Hochleistungshubwerk im Einsatz. Die beiden 542 HC-L mit 50 Metern Ausladung, einer Spitzentragfähigkeit von 9,7 Tonnen und 160 kW Leistung erreichen eine maximale Hakenhöhe von 194 Metern. Mithilfe der vier Liebherr-Krane wird die gesamte Beton-Stahl-Konstruktion des Hotels errichtet. Die Bauarbeiten insgesamt haben bereits 2009 begonnen und sollen im kommenden Jahr – wahrscheinlich – abgeschlossen werden.
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