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100-prozentige Übernahme anvisiert

25. Mai 2016 | Kommentare (0)

Die Palfinger Gruppe beabsichtigt die 100-prozentige Übernahme der Herkules Harding Holding AS und damit der operativ weltweit tätigen Harding-Gruppe. Verkäufer ist der norwegische Private-Equity-Fonds Herkules. Harding ist einer der führenden Anbieter von Rettungsausrüstung und Lifecycle-Services für maritime Einrichtungen und Schiffe. Palfinger will damit seinen Marinebereich um neue Produkte und ein weltweites Servicenetz erweitern.

Das Vorhaben wurde heute von Aufsichtsrat und Vorstand der Palfinger AG beschlossen. Den positiven Abschluss der Due-Dilligence-Prüfung und der finalen Verhandlungen vorausgesetzt, soll der Vertrag in den nächsten Wochen unterzeichnet werden. Die Übernahme von Harding durch Palfinger bedarf zudem noch behördlicher Genehmigungen.

Harding hat seinen Sitz in Seimsfoss, Norwegen, und ist mit seinem Servicenetz weltweit in 16 Ländern vertreten. Im Marinebereich sind Service-Dienstlestungen ein wesentlicher Bestandteil des Geschäfts, nicht zuletzt aufgrund internationaler Vorschriften wie zum Beispiel der UN-Konvention SOLAS zur Schiffssicherheit. Harding erzielt rund die Hälfte des Umsatzes mit Lifecycle-Services. Zu den angebotenen Produkten zählen insbesondere Rettungs- und Bereitschaftsboote sowie Davits. Das Unternehmen bedient weltweit Kundensegmente wie Öl- und Bohrunternehmen, aber auch Werften für Hochseeschiffe, Tanker und Containerschiffe sowie Passagierschiffe.

Die heutige Harding-Gruppe entstand aus einem Unternehmenszusammenschluss im Jahr 2013: Herkules Capital erwarb damals Schat-Harding und Noreq. Schat-Harding wurde 1945 gegründet und verfügte über eine starke Position in Highend-Märkten. Noreq bestand seit 2006 und verzeichnete international reges Wachstum. Die beiden Unternehmen ergänzten einander in Hinblick auf Produkte und Märkte. Gemeinsam bilden sie seither unter dem Namen Harding einen führenden Anbieter von Rettungsbooten. Mit rund 800 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Jahr 2015 einen Umsatz von rund 140 Millionen Euro.

Harding ist eine komplementäre Erweiterung des Marinebereichs von Palfinger. „Sowohl das Portfolio als auch das Servicenetzwerk bieten zahlreiche Synergien und so gut wie keine Überschneidungen. Gemeinsam werden wir der Marktführer bei Rettungsausrüstung. Durch das gut ausgebildete Dienstleistungsgeschäft wird Palfinger Marine auch unabhängiger vom Ölpreis und der Investitionsneigung der Ölindustrie“, fasst Herbert Ortner, Vorstandsvorsitzender der Palfinger AG, die Bedeutung der Akquisition zusammen.

Diese Akquisition wäre die größte in der Geschichte der Palfinger Gruppe. Der Marinebereich von Palfinger würde durch die Übernahme sein Geschäftsvolumen nahezu verdoppeln und künftig mit über 300 Millionen Euro deutlich mehr als 20 Prozent des Konzernumsatzes verantworten. Der Serviceanteil würde dabei stark an Bedeutung gewinnen.
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