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Kaum Bau-Stau in Manaus

8. Januar 2014 | Kommentare (0)

1.500 km vom Meer entfernt, mitten im Regenwald der Amazonasregion, liegt die Stadt Manaus, wo durch den Zusammenfluss des Rio Negro und des Rio Solimões der größte Fluss der Welt entsteht: der Amazonas. Manaus ist auch die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Zentrum des Kautschukbooms bekannt.

Im kommenden Jahr wird Manaus vier Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten – in einem der vielleicht schönsten Stadien der Welt. Beim Bau der „Arena da Amazônia“ in Manaus kommen diverse Terex-Maschinen zum Einsatz: Genie-Hubarbeitsbühnen, sowie Turmdrehkrane, Raupenkrane, AT- und RT-Krane sowie LKW-Krane, alle von Terex.

Krönung des architektonischen Meisterwerks ist das Dach: eine Konstruktion aus sich gegenseitig stützenden Balken, deren Stahl-Hohlprofilträger gleichzeitig als Entwässerungskanäle zum Abführen des Regenwassers dienen. Doch das ist noch nicht alles.

Amazonas Manaus WM-Stadionbau Terex
Die Terex-Turmdreher vom Typ SK 575-32

Um dem Stadiondach Widerstandsfähigkeit gegen eine Durchschnittstemperatur von über 30°C und 80 Prozent relative Luftfeuchtigkeit zu verleihen, wird es mit durchscheinenden Membranen aus PTFE (Teflon) überzogen, einem Material, das hitzeabweisend wirkt und gleichzeitig das Licht durchlässt. Zusätzlich erfolgt eine Kühlung über bewegliche Flügel innerhalb der Dachstruktur, die den Wind hindurch strömen lassen oder so eingestellt werden können, dass sie an windstillen Tagen eine Konvektionskühlung ermöglichen.

Frühe Phasen
Nach dem Abriss des alten Stadions begannen die Arbeiten an der Grundstruktur der neuen Arena. In dieser Phase wurden die Fundamente und Stützstrukturen verlegt. Zwei Terex SK 575-32 Hammerkopf-Turmdrehkrane wurden eingesetzt, um die vorgefertigten Betonelemente an Ort und Stelle zu heben. Die Krane wurden mit Höhen von 60 bzw. 52 Metern errichtet, die Auslegerlänge betrug 54 bzw. 59 Meter. Mit einer Tragfähigkeit von maximal 32 Tonnen wurden sie auf Schienenfahrgestelle montiert, die Streckenlänge betrug über 100 Meter.

Amazonas Manaus WM-Stadionbau Terex
Der AC 350/6 von Entec beim Stadionbau in Manaus

Im nächsten Schritt ging es um Wendigkeit und Vielseitigkeit. Daher übernahmen die Terex AC 200-1 und AC 350/6 All-Terrain-Krane, ein RT 280 Rough-Terrain-Kran und ein TC 780 LKW-Kran die Hubaufgaben. Die AT-Krane und LKW-Krane stammen aus der Flotte des in Manaus ansässigen Kranvermieters Entec Longhi. Ihr Aufgabenfeld reichte vom Bewegen schwerer Stahlkomponenten bis hin zum Positionieren der vorgefertigten Gusselemente an schwer zu erreichenden Stellen.

Amazonas Manaus WM-Stadionbau Terex
Der Bau aus der Vogelperspektive

„Wir haben die Krane auf der Baustelle mit dem maximalen Gegengewicht und ausschließlich dem Hauptausleger eingesetzt“, berichtet Reinaldo Longhi von Entec. Die Krane befanden sich sechs Monate lang auf der Baustelle und führten mehr als 90 Hübe durch. Einige davon erforderten eine Hubhöhe von 25 Metern bei 24 Metern Radius und einem Gewicht von 28 Tonnen. Acht der elf Krane hier auf der Baustelle waren Modelle von Terex. Danach kamen einige Elektro-Scherenarbeitsbühnen des Typs Genie GS 2646 zu ihrem Auftritt.

Krönender Abschluss: das Dach
Die freitragende Dachkonstruktion wird durch Anker mit der Stadionstruktur verbunden und besteht aus mehr als 200 Stahlelementen mit einem Gesamtgewicht von 6.670 Tonnen, die größten davon mit 22 Meter Länge und einem Gewicht von 30 Tonnen.

Amazonas Manaus WM-Stadionbau Terex
Einheben der Betonelemente für die Sitzreihen

Der Aufbau der stählernen Dachkonstruktion ist der bei weitem komplexeste Teil des Stadionbaus. Er erstreckt sich über elf Phasen: vom Aufbau vorgefertigter Strukturelemente über die Errichtung und Positionierung von vorläufigen Stützstrukturen zum Tragen des Gewichts während des Aufbaus bis hin zur Endphase, in der die Aufsätze (Druckspannung) positioniert werden. Nach ihrer Fertigstellung trägt die Dachstruktur sich selbst; die vorläufigen Stützstrukturen können entfernt werden.

Nach der Anlieferung der Komponenten auf der Baustelle wurde die Arbeit fast wie für eine Fließbandmontage koordiniert. Regelmäßig trafen die Teile mit Schiffen aus Portugal ein, wurden abgeladen und zur Baustelle transportiert. Dort wurden sie mit den All-Terrain-Kranen, die zuvor die Platzierung der vorgefertigten Teile übernommen hatten, zu Unterbaugruppen zusammengesetzt, die dann wiederum mit einem Terex CC 2400-1 Raupenkran positioniert wurden. Zum Schluss schweißten die Bauarbeiter die Elemente unter Einsatz von Genie Z80/60 Gelenkteleskopbühnen zusammen.

Amazonas Manaus WM-Stadionbau Terex
Auftritt der Gelenkteleskopbühnen Genie Z-80/60

Vor dem Zusammenfügen müssen die Unterbaugruppen angehoben werden. Diese Aufgabe fiel dem CC 2400-1 von Tomiasi Ingenieria zu. „Für diese Aufgabe haben wir den Kran mit einem 84-Meter Hauptausleger, SH/LH-Hilfsausleger und Vario Superlift konfiguriert. Wir mussten Baugruppen mit einem Gewicht von bis zu 92 Tonnen anheben. Anfangs haben wir mit einem Radius von 20 Metern oder weniger gearbeitet, dafür war kein zusätzliches Superlift-Gegengewicht nötig. Die Dachelemente mussten jedoch weit im Inneren des Stadions positioniert werden. Hier war der Radius viel größer, da kam dann der Vario Superlift zum Einsatz“, berichtet Macrelo Vinhote da Silva von Tomiasi Logistica Pesada.

Dennoch blieb auch dieser Stadionbau nicht von Todesfällen verschont: Durch den Tod zweier Arbeiter zum Ende des vergangenen Jahres mussten die Arbeiten an dem Stadion unterbrochen werden. Die Arbeiten an der Arena seien jedoch zu 94 Prozent fertiggestellt, hieß es nun.

Die Arena da Amazônia wird Platz für maximal 45.000 Zuschauer bieten. Entwickelt wurde das Projekt vom deutschen Büro GMP Architekten, das auch die Commerzbank-Arena in Frankfurt für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entworfen hat.

Und wer spielt im neuen Stadion? Die Vorrundenpartie England - Italien steigt am 14. Juni 2014, anschließend folgend die Partien Kamerun - Kroatien am 18. Juni, USA - Portugal am 22. Juni sowie Honduras - Schweiz am 25. Juni.
IPAF

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