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Nachtschicht im Schacht

25. Juli 2013 | Kommentare (0)

Die Ausgangslage: In Berlins U-Bahn-Netz klafft zwischen den bestehenden Bahnhöfen Alexanderplatz und Brandenburger Tor noch eine Lücke von knapp zwei Kilometern. Auf der Strecke direkt unter der historischen Mitte der Hauptstadt sollen ab 2019 die ersten Züge fahren.

Nun wurde im riesigen Bauschacht vor dem Roten Rathaus eine 74 Meter lange und 700 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine zum Auffahren der ersten Röhre zusammengebaut. In Einzelteilen war der Herrenknecht-Bohrer auf der Spree mit Lastschiffen angeliefert worden. Der fabrikneue Liebherr-Raupenkran LR 1600/2 von Riga Mainz hat die Entlade- und Hebearbeiten gestemmt.

LR1600/2 Riga Mainz Tunnel Berlin
Ab in den Schacht!

Nach einer knappen Woche Rüstzeit stand der rote Raupenkran einsatzbereit am Flussufer mit 72-Meter-Gittermast-Ausleger und Ballastwagen. Am Rand eines temporären und eigens für die Baustellenlogistik geschaffenen Hafenbeckens hob der Kran in zwei Nachtschichten die Einzelteile des Tunnelbohrers an Land. Aus Sicherheitsgründen war das Löschen der gewichtigen Ladung an diesem von Ausflugsschiffen stark frequentierten Flussabschnitt in die Nachtstunden verlegt worden.

Uwe Langer, der Chef des Mainzer Kranspezialisten, gibt zu bedenken, dass der Kran für jeden einzelnen Hub um rund 30 Meter rückwärts verfahren und dann zum Absetzen der Last um 120 Grad geschwenkt werden musste. „Das Umsetzen, Ab- und Aufballastieren einer Ballastpalette hätte länger gedauert als die eigentlichen 14 Hübe zum Umschlag der Teile“, sagt er.

Liebherr LR1600/2 Berlin Riga Mainz Nachtschicht
Riga Mainz hat seinen neuen 600-Tonner mit Ballastwagen geordert; ein Vorteil, der schon auf der ersten Baustelle zum Tragen kam

Das Kontergewicht – hier 350 Tonnen – kann auch bei abgeschlagener Last auf dem Ballastwagen verbleiben. Es wird auf zwölf riesigen Rädern mit dem Raupenkran verfahren oder geschwenkt.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen wurden die einzelnen Komponenten der Tunnelvortriebsmaschine vom LR 1600/2 zur Montage in die 20 Meter tiefe Baugrube gehoben. Das schwerste Maschinenteil, der Schneidenschuss, hatte dabei ein Hubgewicht von 135 Tonnen.
IPAF

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