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Zürcher Hafenkran: Die unendliche Geschichte

10. Mai 2012 | Kommentare (0)

Nicht jeder kann sich für in die Jahre gekommene Maschinen begeistern. Meist stehen schnöde Kostenrechnungen dem Erhalt alter Krane entgegen, wie zuletzt das Beispiel vom Krummen Hund eindrucksvoll gezeigt hat.

Dass in der Schweiz, für ihre Uhren weltweit berühmt, die Uhren manchmal ein wenig anders gehen, zeigt sich seit Jahren in Zürich: Hier tobt ein abstruser Streit über die Frage, ob ein Hochsee-Hafenkran im Zentrum der Stadt als Teil eines Kunstprojekts aufgestellt werden dürfe. Im kunstgeprägten Basel wäre solch ein Projekt höchstwahrscheinlich binnen kürzester Zeit mit wenig Aufhebens erfolgreich realisiert worden. Doch nicht so in Zürich. Oh nein.

Zürich Limmatquai Kunst Hafenkran
Fotomontage der Künstlergruppe (Foto: zürich transit maritim)

Ende 2011 bewilligte der Zürcher Gemeinderat das Projekt mit 67 zu 51 Stimmen und stellte rund 380.000 Franken dafür bereit. Im Frühjahr gab auch der Kanton grünes Licht für das kontroverse Kunstprojekt. Es beinhaltet, am Limmatquai im Jahr 2013 für neun Monate einen originalen Hafenkran aufzustellen. Mehr nicht. Zuständig für das Projekt und treibende Kraft dahinter ist das Tiefbauamt der größten Schweizer Stadt, denn ihm obliegt auch das Ressort Kunst im Öffentlichen Raum.

Selbst die Baubehörde räumt ein, dass diese Kunst im Öffentlichen Raum das Stadtdtbild in gewisser Weise beeinträchtige. Doch sei dies ja nur provisorisch der Fall, und daher sei es unverhältnismäßig, auf die Installation zu verzichten, heißt es in der Baubewilligung, die Stadt und Kanton dem Projekt Ende März erteilt haben. Diese gilt für höchstens neun Monate zwischen 2013 und 2015.

Dagegen ist nun ein Einspruch eingegangen, in der Schweiz spricht man von Rekurs. Wer dahinter steht, ist nicht bekannt. Damit dehnt sich die unendliche Geschichte weiter aus. Inwieweit dieses Rechtsmittel das Projekt verzögert oder behindert, lässt sich noch nicht absehen. Die Künstlergruppe zürich transit maritim müsste eigentlich extremen Frust schieben angesichts der neuerlichen Ungewissheit. So könne man keine Verträge abschließen, klagte der Sprecher der Gruppe Jan Morgenthaler zwar gegenüber Medien. Jedoch werde dadurch das Projekt nicht sterben, sondern höchstens verzögert.

Jan Morgenthaler weiß selbst nicht, wer hinter dem Einspruch steckt und aus welchem Grund dieser erfolgt. Er gibt sich gesprächsbereit: „Sobald klar ist, um wen es sich handelt, werden wir das Gespräch suchen und die Angelegenheit ohne juristisches Brimborium zu erledigen suchen. Da an der Stelle, wo unser Kran hinkommt, früher schon einmal ein mächtiger Baukran gestanden hat, hat eine Einsprache unseres Erachtens höchstens aufschiebende Wirkung. Das ist natürlich ärgerlich, weil wir gerne loslegen würden, aber nicht weiter von Bedeutung,“ kontert der Künstler gelassen.

Er gibt lediglich zu bedenken, dass dies „die Realisierung hinauszögern könnte, weshalb es durchaus sein könnte, dass der Hafenkran erst im Sommer 2014 nach Zürich kommt.“ Doch er sagt ganz klar: „Wir sind und bleiben zuversichtlich.“

Hintergrund
Die Künstlergruppe spielt mit der Fiktion, dass die Gegend vor zig Millionen Jahren eine maritime Vergangenheit gehabt habe, also vom Meer bedeckt gewesen sei, was aktuelle archäologische Funde im Boden bestätigen würden. Wie gesagt: alles nur ein Gedankenspiel. Ob es dabei bleibt oder doch konkret wird, ist nach wie vor offen.

Wütende Gegner haben sich im Internet formiert und überziehen das Projekt seit Jahren mit Hasstiraden. Da wird von „Schweinerei“, „Steuerverschwendung“, „Landschaftsverschandelung“ und „Scheiße“ gesprochen und zum „Vermöbeln“ der Verantwortlichen aufgerufen. Doch das hält sich in etwa die Waage mit besonnenen, positiven Kommentaren und Ansichten.
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